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Dritte Reise nach Sambia im April  2014 erfolgreich durchgeführt

 

Die dritte Reise von Anita Bartsch führte erneut von Lusaka aus ca. 2.000 km weit über Ibenga-Luanshya-Kitwe-Chingola und Solwezi nach St. Kalemba und wieder zurück. In diesem Jahr wurde sie von ihrem Mann Horst und Freunden aus Deutschland und Sambia begleitet. Der Monat April zeigte sich als bester Reisemonat, da die Natur in Sambia zu diesem Zeitpunkt üppig grünt, viele Blumen blühen und betörend duften. Die Temparaturen so kurz vor dem sambischen Winter sind für Europäer sehr angenehm und es gibt wenig bis gar keine Moskitos zu befürchten. Schwer bepackt mit 2 Koffern voller Kleidung für die Kinder, einer großen Reisetasche mit ca 150 Stofftieren - die von Feunden aus Deutschland gespendet wurden -  sowie einer weiteren großen Stofftasche mit den Geschenken der Pateneltern, 2 Rucksäcken voller Stifte, Schulhelfe, Ballspiele, Luftballons und 2 gebrauchte LapTops für die Eröffnung einer kleinen Schreibstube - so starteten wir von Lusaka aus mit dem PickUp eines Freundes. Das Abenteuer konnte beginnen.

Die erste Station unserer Reise führte uns in den Masaiti-Distrikt -  in das BlindCenter und auf die  Kaoma-Farm.  Fast alle 14 unserer Patenkinder in dieser Region waren vor Ort. Da der Schulbetrieb erst Mitte Mai für die 2. Term dieses Jahres startet,  waren leider zwei  der Kinder noch bei Verwandten zu Besuch unterwegs. Wir verteilten die  vielen mitgebrachten Geschenke der Patenelterimages/Sambia2014 058.JPGn, fotografierten die Kinder und: wir be- zahlten das Schulgeld für die 2. und 3. Term in 2014. Außerdem verteilten wird T-Shirts und die mitgebrachten Schuhe sowie  viele Lollys und Kekse an alle Kinder - nicht nur an unsere Patenkinder.  Es ist unglaublich, wie sich die Kinder über ein neues T-Shirt und einen Lutscher freuen. Dieses Glück in den Augen zu sehen ist unbeschreiblich. Da die Kinder, die bei ihren blinden Großmüttern leben,  in den Hütten nur auf dem blanken Lehmbodern schlafen, kauften wir Matratzen und Decken und selbstverständlich eine Notration an Lebensmitteln wie Reismehl,  Salz, Zucker und Öl . Es fehlen die Worte, um die Dankbarkeit der alten Frauen zu beschreiben, die zum ersten Mal in ihrem Leben einen Hauch von Luxus in Form einer Matratze erleben durften. Und die glücklich waren, da sie wussten, dass es am nächsten Tag etwas zu Essen für sie und die Kinder  gab - ohne Sorgen, hungrig einschlafen zu müssen. Die  Kinder schrieben Briefe an ihre Pateneltern in Deutschland und bedankten sich auf diese Weise für die Hilfe in der Not. Wir verabschiedeten uns herzlich und setzen unsere Reise fort .

Nach 2 unglaublichen  Tagen Sambia2014 158im Distrikt Masaiti führte unsere Reise durch eine fruchtbare Gegend mit viel Landwirtschaft im kleinen Stil und Verkaufsständen mit hübsch aufgetürmten Tomaten, Kürbisen, Kartoffeln, Bananen, Melonen  und Zwiebeln entlang der Straße  nach Kitwe, einer Industriestadt in den Copperbelts im Norden von Sambia. Hier leben weitere 4 unserer Kinder. Alle 4 sind Vollwaisen und leben im Haus ihrer Tante. Selbstverständlich gab es auch hier wieder  die Paten-Geschenke, Spielzeug und Kekse für alle. Schnappschüsse für die Paten wurden gemacht und weiter ging die Fahrt über eine Straße, die vor lauter Schlaglöchern nicht mehr als  solche zu erkennen war, nach Solwezi , City of Dust: Hier ist alles mit einem zarten Orangeton überzogen- die Bäume, die Autos, die Verkaufsstände - einfach alles.  Nach einer weiteren Rast in einer Lodge fuhren wir auf der neu geteerten Straße nach St. Kalemba - dem letzten Zielort unserer Reise.

Hier haben wir 9 weitere AIDS-Waisenkinder zu versorgen. Für alle 9 Patenkinder, die uns  im letzten Jahr von Sr. Annie, der Kloster-Vorsteherin des kleinen Franziskanerinnen-Klosters in St. Kalemba, vorgestellt wurden, konnten im Laufe des Jahres 2013/14 Pateneltern gefunden werden. Die Kinder versammelten sich im Kloster. Stolz trugen sie die im letzten Jahr gSambia2014 293ekauften Schuluniformen und schrieben Danke-Briefe an die Pateneltern. Anschließend erfolgte auch hier wieder dieselbe Prozedur: Geschenke übergeben, Bilder machen und Zeugnisse fotografieren. Schließlich soll jeder Pate auch wissen, wie es seinem Kind geht, für das er oder sie die Verantwortung übernommen hat. 

Da wir Anfragen aus Deutschland für weitere Patenschaften hatten, stellte uns Sr. Annie 11 weitere AIDS-Waisenkinder vor. Diese Kinder leben unter schlimmsten Bedingungen bei Verwandten und haben nur durch die Unterstützung der Paten eine Chance, die Schule zu besuchen, da es in diesem Gebiet von Sambia an allem mangelt: Essen, Kleidung, Decken.. und vor allem an Geld. Es gibt im Umkreis von 300 Kilometern  keine Möglichkeit, Geld zu verdienen, da es keine Jobs gibt! Die Menschen leben von den kargen Erträgen der eigenen Landwirtschaft. Der Headman teilt  jeder Familie ein kleines Stück Land zur Bewirtschaftung zu. Das Land selbst ist Eigentum des Staates Sambia und darf nur unter bestimmten Bedingungen zugeteilt werden. 

 Wir erklärten den Kindern, warum wir sie fotografieren wollten und es kam ein Strahlen in die ernsten Gesichter. Ein Funke von Hoffnung. Wir werden diese Hoffnung nicht enttäuschen - nicht für alles in der Welt. 

Als nächstes begutachteten wir den Baufortschritt der Primary-School. War im September 2013 noch ein Rohbau auf Fenster-Level vorhandenSambia2014 304, so wurde im Laufe der Monate nun der Bau soweit fertiggestellt, dass nur noch die Fensterscheiben und die Türen fehlen. Sr. Annie berichtete stolz, dass noch in dieser Woche die Stromverbindung zum Generator der Klosteranlage fertiggestellt würde - denn Elektrizität gibt es in St. Kalemba nicht. Es müssen dann nur noch die Bänke und Tische, die Tafel und weiteres Schul-Equipment geliefert werden, die Toilettenhäuschen gebaut und die Wohnhäuser  für die beiden Lehrer fertiggestellt werden. Dann kann der Schulbetrieb starten. Geplant ist, dass die Schule im April 2015 eingeweiht wird. Da wir zu diesem Zeitpunkt wieder in Sambia sind, haben wir also bestel Chancen, diesem Ereignis beizuwohnen. Dann wird ein Taum Wirklichkeit werden - durch die Unterstützung der Spenden aus Deutschland.  Vorausgesetzt, es finden sich weitere Spendengelder für diesen Zweck auf dem Vereinskonto.

Ein weiterer erfreulicher Aspekt ist der Fortschritt der Nähschule. Die Schneiderinnen haben mit den Stoffen, diSambia2014 192e wir im  vergangenen Jahr mitgebracht hatten , Kinderkleider jeder Art und Form gefertigt. Richtig tolle Sachen haben die Frauen genäht und auch schon einige davon verkauft. So trägt auch dieses Projekt erste Früchte. Derzeit sind die Näherinnen dabei, Vorhänge für das neue Kinderkrankenhaus in St. Kalmeba zu nähen. Richtig schick sehen sie aus  - und vor allem bunt und fröhllich.

Auch ein Besuch beim Headman in Kalemba Village stand in diesem Jahr auf dem Programm. Er bittet um Unterstützung für den Bau eines Brunnens im Dorf. Wir versprachen ihm, dass der Brunnen gebaut wird, sobald das Schulprojekt abgeschlossen ist. Er war überglücklich, denn es ist ein sehr weiter Weg, den die Dorfbewohner täglich zurücklegen müssen, um frisches Wasser zum Trinken und Kochen, zum Waschen und zum Gießen der Pflanzen zu holen. Der Headman versicherte, dass ein großes Fest gefeiert wird, wenn der Brunnen fertig gestellt ist. Ein Ziegenbock wird wohl sein Leben geben müssen, um das Fest gebührend zu feiern.

Sambia2014 238In St. Kalemba lernten wir bereits beim ersten Besuch vor 3 Jahren eine liebenswürdige Frau kennen. Ihr Lachen ist unglaublich  herzlich und ansteckend.  Wir schenkten ihr im vergangen Jahr einige Kleidungsstücke für ihre 5 Enkel. Sie wohnt in einer einfachen Lehmhütte in Kalemba Village und ihr wertvollster  Besitz ist ein grünes Kopftuch, das sie  zu besonderen Anlässen trägt. Sie schenkte uns als Dankeschön  2 lebende !!!! Hähne, einem Sack voller Erdnüsse und getrocknete  Kasawa. Die Frau ist bettelarm und  sie verschenkt das Wenige, das sie besitzt - einfach so! Wir nahmen die wunderschönen laut krähenden  Hähne in Empfang. Selbstverständlich erhielt sie auch wieder Kleider und Lebensmittel für die Kinder.  Die beiden Hähne begleiteten uns noch ca 1000 Kilometer. Wir gaben sie schließlich den  beiden blinden  Großmütter unserer Waisenkinder Nelly und Faith im Blind Center Ibenga.  Auch hier war die Freude über diesen unerwarteten Familienzuwachs groß.

 

 

Nach knapp zwei Wochen Rundreise durch den Nordwesten von Sambia erreichen wir Lusaka zum  Sonnenuntergang.  Am darauffolgenden  Tag  fahren wir mit Freunden an den Lake Kariba - drei Stunden von Lusaka entfernt und in östlicher Richtung gelegen. Hier hat ein Münchner Musiker im Jahre 1969 ein Stück Land erworben und eine traumhaft urige Lodge erbaut. Die "Sandy Beach Safari-Lodge" ist ein Paradies: Kein Straßenlärm - nur Natur pur und sehr preisgünstig. Vom Bett aus hat man freie Sicht auf den blauen Lake, Wind streicht durch die Blätter der Kokospalmen, Kühe grasen am Strand, Enten und Puten laufen quer durch den Vorgarten und ab und zu schwimmen ein paar Hippos vorbei. Das Wasser ist glasklar und hat eine wunderbare Temparatur - hier ist das Schwimmen noch eine wahre Freude. Die Lodge ist ein echter Insider-Tipp. An der Eingangstür hängt ein Schild mit der Aufschrift" Freistaat Bayern"  - wer es nicht glaubt, kann sich gerne selbst davon überzeugen. Herrmann the German berichtet gerne, wie es war, als er hier angekommen ist und mit der Rohdung diesses Stückchens vom Paradies begann.....

Sambia2014 430Der Lake Kariba ist über 200 Kilometer lang und endet an einer rießigen Staumauer. Der Zambesi speist den Staudamm, bevor er seinen weiteren Verlauf in den Indischen Ozean fortsetzt.

Unsere Sambia-Reise 2014 begann am 26. April und endete am 10. Mai 2014.  Wir legten ca. 2.500 KIlometer zurück und jeder Tag war ein Abenteuer für sich. Unsere Freunde  Elias und Bwalyah brachten uns sicher an jeden Ort, den wir besuchen wollten  und wurden nicht müde uns bei der Suche nach unseren Patenkindern zu unterstützen. Ein herzliches Dankeschön gilt auch Wolfgang und Hildegard aus der Gossner-Mission in Lusaka, die uns so unendlich freundlich aufgenommen haben.

Fazit: Sambia ist Emotion pur und alles gut! Nato Tela Zambia! See you again  in 2015!