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Unterwegs in Sambia

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- Sambia-Reise September 2026.

10./11. September
Am Donnerstagabend startete unsere zweite Sambia-Reise in diesem Jahr. Mit Ethiopian Airlines ging es von Frankfurt über Addis Abeba nach Ndola.
Mit im Gepäck waren auch diesmal zahlreiche Spenden für unsere Projekte: 12 Laptops, 30 Solarlampen, 10 Handys, 8 Blutzuckermessgeräte und 50 Rosenkränze. Nach kleineren Schwierigkeiten beim Zoll konnten wir schließlich alles mitnehmen.

In Ndola wurden Anita und Carolin Bartsch sowie Michael Bogar von Father Chomba abgeholt, der uns in den kommenden Wochen mit einem Fahrzeug des BischofsKasonde begleiten und fahren wird.
Schon am ersten Tag gab es ein besonderes Wiedersehen mit Charles, dem ersten Patenkind der Familie Bartsch. Charles wurde gerade zum Stadtrat in Luanshya gewählt. Wir werden ihn im Laufe unserer Reise noch einmal treffen und dann mehr über seinen Weg und seine neue Aufgabe erfahren.

Nach der langen Anreise sind wir froh, wieder in Sambia zu sein und gespannt auf die kommenden Wochen.

Text u. Bilder: Michael Bogar.

13. September. Von Ndola nach Solwezi

Heute ging es für uns weiter Richtung Nordwesten. Father Chomba brachte uns von Ndola durch den Copperbelt nach Solwezi. Unterwegs wurde immer wieder sichtbar, wie stark der Bergbau diese Region prägt: große Minengelände, Abraumhalden und schwere Lastwagen begleiteten uns auf Teilen der Strecke.
Nach mehreren Stunden Fahrt erreichten wir Solwezi und bezogen unsere Unterkunft im Bishop Potani Guest House der Diözese.

Am Nachmittag stand dann ein wichtiges Treffen mit Bischof Charles Kasonde auf dem Programm. Die Diözese Solwezi ist seit vielen Jahren ein wichtiger Partner unserer Arbeit in Sambia. Wir sprachen mit ihm über unseren Aufenthalt und die Besuche der kommenden Tage. Außerdem konnten wir ihm einige der mitgebrachten Rosenkränze übergeben.

In den nächsten beiden Tagen besuchen wir zunächst unsere Projekte in Solwezi: morgen geht es ins Kolbehaus, übermorgen zu SOTTI. Danach führt uns unsere Reise weiter nach St. Kalemba, wo wir den größten Teil unseres Aufenthalts verbringen werden.
Nach der langen Fahrt durch den Copperbelt lassen wir den Tag heute im Guest House ausklingen.

14./15. September. Unsere Auszubildenden bei SOTTI

Am Montag besuchten wir das Solwezi Trades Training Institute, kurz SOTTI. Rund 2.000 junge Menschen absolvieren hier Ausbildungen in zahlreichen technischen und beruflichen Bereichen.
Darunter sind auch unsere Auszubildenden aus der Region um St. Kalemba. Nach ihrem guten Schulabschluss ermöglicht Sambia e.V. ihnen hier den nächsten Schritt und übernimmt die Kosten für Ausbildung, Unterkunft und Verpflegung. Die jungen Menschen werden unter anderem in IT, Landwirtschaft und technischen Berufen ausgebildet.
Gemeinsam mit der Leitung von SOTTI erhielten wir zunächst einen ausführlichen Einblick in die verschiedenen Ausbildungsbereiche. Neben Unterrichtsräumen konnten wir Werkstätten und praktische Ausbildungsstätten kennenlernen, in denen die Auszubildenden auf ihr späteres Berufsleben vorbereitet werden.

Besonders wichtig war uns das persönliche Treffen mit unseren Auszubildenden. Wir konnten mit ihnen über ihre Ausbildung, ihre bisherigen Erfahrungen und ihre Pläne für die Zukunft sprechen. Am Dienstag kamen wir noch einmal zu SOTTI zurück und begleiteten unsere Auszubildenden beim praktischen Unterricht. Dabei konnten wir sehen, was sie in ihrer Ausbildung bereits lernen und selbst umsetzen.
Außerdem nahmen wir uns Zeit für Filmaufnahmen mit Madame Ethel, der Leiterin von SOTTI. Im Anschluss zeigte sie uns mit Georgies Bar & Grill einen schönen Ort etwas außerhalb von Solwezi: eine kleine Naturoase an Wasserfällen, an der wir gemeinsam essen waren. Die beiden Tage haben uns noch einmal gezeigt, wie wichtig der Weg nach dem Schulabschluss ist: Eine gute Schulbildung in St. Kalemba ist der Anfang. Eine qualifizierte Berufsausbildung kann daraus eine berufliche Perspektive machen.

 16. September. Auf nach St. Kalemba

Nach unseren Besuchen in Solwezi stand am Mittwoch zunächst ein Großeinkauf auf dem Programm. Lebensmittel und Verpflegung für die kommenden Tage mussten besorgt und im Auto verstaut werden, bevor wir uns auf den Weg nach St. Kalemba machten.
Rund 360 Kilometer lagen vor uns. Was nach einer überschaubaren Strecke klingt, wurde zu einer sechsstündigen Fahrt durch den sambischen Busch. Sandpisten, tiefe Schlaglöcher und immer wieder besonders holprige Abschnitte verlangten unserem Fahrer Father Chomba und natürlich auch uns einiges ab.

Am Ende erreichten wir St. Kalemba. Hier werden wir den größten Teil unseres Aufenthalts verbringen und in den kommenden Tagen zahlreiche Schulen und Projekte besuchen.

17. September. Goßer Empfang an der Kawanda Secondary School

Am Donnerstag besuchten wir die Kawanda Secondary School, die Partnerschule des Friedrich-Koenig-Gymnasiums in Würzburg. Dort wurden wir von Schülern, Lehrkräften und Vertretern der Schule mit einem großen Empfang begrüßt. Eine Schülerin hielt stellvertretend für ihre Mitschüler eine Dankesrede.

Wir hatten auch einige der mitgebrachten Spenden im Gepäck. Zwölf von Labdoo Germany gespendete Laptops sollen künftig den Computerunterricht unterstützen. Außerdem konnten wir 20 Stühle übergeben, deren Anschaffung der Rotary Club Tauberbischofsheim finanziert hat. Ein weiteres Geschenk kam von Marco Korn, dem Schulleiter des Friedrich-Koenig-Gymnasiums in Würzburg: eine kleine deutsche Flagge, die wir der Partnerschule überreichten. Künftig können die deutsche und die sambische Flagge gemeinsam im Büro stehen, als sichtbares Zeichen der Schulpartnerschaft.

Ein weiterer wichtiger Programmpunkt war die Einweihung des neuen Schulbrunnens. Er wurde durch eine Spende von Michaela im Gedenken an Ernst Muerling ermöglicht und trägt nun dessen Namen. Gemeinsam mit Brother Peter, dem stellvertretenden Schulleiter, wurde das Sponsorenschild angebracht. Anschließend konnten wir sehen, wie das Wasser durch den Brunnen und den neu angelegten Wasserkanal floss. Wir probierten außerdem das Schulfrühstück und sahen nach, ob die Lebensmittel gut und sicher verstaut waren.

Es war ein ereignisreicher Tag mit vielen Begegnungen und ganz konkreten Verbesserungen für den Schulalltag.

18. September. Baufortschritte am Bernd-Faßbender-School-Center in Kalivingi

Am Freitag führte uns unser Weg in die entlegene Region um Kalivingi zum Bernd-Faßbender-School-Center. Zum Schulzentrum gehören unter anderem eine Primary School und eine Secondary School. Wir wollten uns vor allem über den aktuellen Stand der verschiedenen Bauprojekte informieren.

Zunächst besuchten wir die Krankenstation, deren Bau Gaby Walter finanziert hat. Zur medizinischen Anlage gehören außerdem das Nursing House, das derzeit gebaut wird, ein bereits gebohrter Brunnen, fertiggestellte Toiletten und ein Verbrennungsofen für medizinische Abfälle. Auch diese Einrichtungen werden von Gaby Walter finanziert. Sobald die Anlage vollständig fertiggestellt ist, wird das Gesundheitsamt in Manyinga dauerhaft Pflegekräfte dorthin entsenden. Zusätzlich ist ein monatlicher Arztbesuch vorgesehen.

Anschließend sahen wir uns die Bauvorhaben von Diakon Bernd Faßbender an. Bei der geplanten Kirche St. Bernadin of Siena ist das Fundament inzwischen fertiggestellt. Der Kirchenbau wird von ihm finanziert.

Auch beim ersten Boarding House am Bernd-Faßbender-School-Center haben die Bauarbeiten begonnen und die Fundamente werden derzeit vorbereitet. Ein zweites Boarding House soll folgen. Jedes der beiden Häuser ist mit 20 Betten und einem eigenen Raum für einen Pater geplant, der die Schüler betreut und beaufsichtigt. Die Unterkünfte sind für Schüler aus der Umgebung gedacht, deren Schulweg zu weit ist, um täglich nach Hause zurückzukehren.

Unser Besuch zeigte, wie viele unterschiedliche Projekte hier gleichzeitig vorangebracht werden. Von der schulischen Ausbildung über die medizinische Versorgung bis hin zu neuen Unterkünften entstehen Schritt für Schritt weitere Möglichkeiten für die Menschen in dieser entlegenen Region.

19. September. Patenkinder und das Fahrradprojekt

Am Vormittag waren wir außerdem in Manyinga unterwegs, um Preise für Zäune der Schulgärten zu besprechen und mit einem Schreiner über Betten, Stühle und Tische für das Nursing House und die beiden Boarding Houses zu sprechen. Auch solche Vorbereitungen gehören zur Arbeit vor Ort, neben den Begegnungen, die diesen Tag besonders geprägt haben.

Am Samstag standen in St. Kalemba die Patenkinder und das Fahrradprojekt im Mittelpunkt. Rund 80 Patenkinder erhielten ihre Ausstattung für das dritte Schultrimester. Für ihre Patenfamilien in Deutschland nahmen wir persönliche Videogrüße auf und sammelten Briefe. Zum Abschluss sangen die Kinder gemeinsam ein Dankeslied.

Auch beim Fahrradprojekt gab es viel zu sehen. Drei ausgebildete Fahrradmechaniker kümmerten sich um die Buffalo Bikes der Kinder, überprüften die Räder und tauschten bei Bedarf Teile aus. Insgesamt stehen für die Wartung fünf Mechaniker zur Verfügung. Die Fahrräder erleichtern Kindern mit langen Schulwegen den Weg zum Unterricht: Sie sind vor allem für diejenigen gedacht, die mehr als sechs Kilometer zurücklegen müssen und groß genug für ein Rad sind.

In St. Kalemba und Kalivingi sind inzwischen 72 dieser Fahrräder im Einsatz. Ein Buffalo Bike kostet rund 240 Euro; weitere Räder können angeschafft werden, wenn die Finanzierung gesichert ist. Die regelmäßige Wartung sorgt dafür, dass die Fahrräder möglichst lange zuverlässig genutzt werden können.

20. September. Gottesdienst und Begegnung mit einer Jugendinitiative in St. Kalemba

Wir nahmen am Gottesdienst in St. Kalemba teil. Die Gesänge der Gemeinde und die Begegnungen in und vor der Kirche gaben uns einen weiteren Einblick in das Leben vor Ort. Mit Fotos und Filmaufnahmen konnten wir einige dieser Momente festhalten.

Anschließend trafen wir eine Gruppe Jugendlicher aus St. Kalemba, die sich in ihrer Gemeinde engagieren möchte. Ihr besonderes Anliegen ist es, ältere, alleinstehende Menschen zu unterstützen.

Die Jugendlichen berichten uns, dass ältere Menschen in manchen Gemeinden mit Hexerei in Verbindung gebracht und deshalb ausgegrenzt oder sogar von ihren eigenen Familien gemieden werden. Solche Anschuldigungen und ihre Folgen sind auch aus anderen Regionen Sambias und verschiedenen afrikanischen Ländern bekannt. Die Jugendlichen möchten dem etwas entgegensetzen und sich mit Besuchen, persönlicher Zuwendung und praktischer Hilfe für die betroffenen Menschen engagieren

21. September. Wieder in Kalivingi 

Erneut führte uns unser Weg ins weit abgelegene Kalivingi: wir erhielten eine Einladung zur offiziellen Begrüßungszeremonie.

Der Empfang durch die Mütter war wieder emotional herzlich. Nach dem Eröffnungsgebet erfolgten die Ansprachen der beiden Headteacher und des Headman. Traditionelle Tänze wechselten sich mit Sketcheinlagen der Kinder ab.  Im Anschluss stellten sich zwei unserer ehemaligen Patenkinder vor, die in Kürze nach Kalivingi ziehen: unsere Memory wird als Krankenschwester vor Ort in der neu gebauten Klinik die Patienten behandeln. Und unser Agrartechniker John wird die beiden Schulgärten betreuen sowie die Installation der Schulgartenzäune koordinieren. Nach der Vorstellung erfolgte langanhaltender Applaus für die beiden neuen Dorfbewohner. Doch der emotionalste Moment war, als sich ca. 50 alte und gebrechliche Menschen versammelten und um Hilfe baten. Verzweiflung und Hunger in den Augen. Wir gaben allen eine gute Portion Reis aus den Reserven für das Schulfrühstück. Die Dankbarkeit für 2 Pfund Reis war erschütternd.

Im Anschluss besuchten wir unsere Waisenkinder am Angelplace in Manyinga und begutachteten den Stand der Baumaßnahmen für das neue Gebäude für Mama Joyce und die Babys und Kleinkinder.

22. September. Schulpatenschaft Kaula und Faulbach

Heute besuchten wir die Kaula Secondary School. Hier werden viele unserer Patenkinder unterrichtet. Es ist uns wichtig, dass sie alle eine möglichst gute Schulausbildung erhalten. Beim Besuch vor einem Jahr bat uns der Schulleiter um Hilfe: die Kaula Community hatte selbst Backsteine gebrannt und ein dringend benötigtes Schulgebäude bis auf Dachhöhe gebaut. Leider fehlte das Geld, um das Gebäude mit 3 Klassenräumen und einem Lehrerbüro fertig zu stellen. Der Unterricht fand entweder im Freien oder in einer benachbarten baufälligen Kirche statt. Gemeinsam mit der Faulbach Schule – der Partnerschule der Kaula School – wurden Spenden gesammelt, um das Schulgebäude fertig zu stellen. Heute wurde es nun eingeweiht! Ein weiterer Schritt, um unseren Patenkindern und allen 312 Schülern der Kaula Secondary School einen besseren Unterricht – vor allem während der Regenzeit – zu ermöglichen.

23. Sptember. Behördentag

Heute war ein „Behördentag“. Es ist sehr wichtig für unsere Arbeit hier, eine gute Zusammenarbeit mit den offiziellen Stellen zu pflegen. Unser erster Termin führte uns zum DEBS-Büro beim Ministry iof Education (Schulrat). Wir informierten über alle unsere baulichen Aktivitäten und besprachen die weitere Planung – vor allem in Kalivingi. Alle offiziellen Genehmigungen kommen aus dieser Behörde. Vor allem auch der Einsatz von Lehrern in Kalivingi. Es war ein äußerst erfolgreiches.

Unser nächster Termin führte uns zum Ministry of Health. Dort besprachen wir die bauliche Abnahme des Nursing Houses, des Brunnens und der öffentlichen Toiletten an der Klinik. Sobald die offizielle Abnahme erfolgt ist, wird unsere Krankenschwester Memory dort ihren Arbeitseinsatz haben – zum Wohle der Menschen von Kalivingi. Mit diesem Projekt leistet der Sambia e. V. einen großen Beitrag für die Gesundheit der Mensch. Ja, wir retten damit Menschenleben. Denn die nächste Missionsklinik liegt ca. 20 km entfernt. Und der Transport der Kranken mit Ochsenkarren quer durch den Busch dauert sehr lange. Viele sterben bereits während des Transports.
Auch diese Gespräche mit den Verantwortlichen des Gesundheitsamtes verliefen zu unserer Zufriedenheit.

24. September. Milemba Primary School und Headman Kapempe

Heute stand der Besuch bei der Milemba Primary School auf der Tagesordnung. Hier gehen viele unserer Patenkinder zur Schule. Wir finanzieren hier das Schulfrühstück für über 600 Kinder. Entsprechend herzlich war der Empfang. Die Köchinnen probierten heute ein neues Rezept für das Schulfrühstück aus, das wir testen sollten: Sampa! Getrocknete Maiskörner werden weichgekocht und mit gemahlenen Erdnüssen gemischt. Dazu etwas Zucker. Fertig. Es schmeckt köstlich und kann als Abwechslung zu Reis mit Bohnen an die Kinder ausgegeben werden. Der Mais und die Erdnüsse kommen aus dem Schulgarten der Milemba School, den die Lehrer und Kinder bewirtschaften. Wunderbar!
Als Dank für das Engagement des Sambia e. V. zugunsten der Milemba School hielt ein Mädchen eine kleine Rede. Ein traditioneller Tanz rundete die Veranstaltung ab. Zum Schluss überreichte uns der Schulleiter, Mr. Chitenge, eine handgeschnitzte Vase.
Wir freuen uns, dass es den Kindern gut geht und vor allem, dass der Schulgarten – wie geplant – zu abwechslungsreichen Mahlzeiten beiträgt. Das Engagement trägt Früchte!

Anschließend habe ich unseren alten Freund Headman Kapempe und seine Familie besucht. Er ist inzwischen 95 Jahre alt und hat das Sagen in der Region St Kalemba. Er ist froh, dass sich der Sambia e. V. für St Kalemba einsetzt.

25. September. St. Joseph´s School

Heute stand der Besuch der St. Joseph’s Primary School auf dem Programm. Hier konnten wir ein Schulgebäude mit 3 Klassenzimmern und 3 Lehrerbüros, Lagerräumen und Toiletten für die Lehrer durch die Spende von fly&help finanzieren. Bisher mussten viele der über 300 Kinder zusätzlich in der Kirche, im Outdoor Shelter oder in den Lehrerbüros unterrichtet werden. Außerdem war kein Raum für die 7. Klasse vorhanden. Das alles wendet sich nun zum Guten: in wenigen Tagen sind die neuen Klassenzimmer bezugsfertig. Die Arbeiter sind noch fleißig dabei, das Gebäude fertig zu stellen.

Die Eltern, die Kinder und auch die Lehrer sind überglücklich, in Kürze das neue Schulgebäude beziehen zu können. Endlich entspannt sich die Situation. Der Besuch des Sambia e. V. wird mit viel Dank und Freude begleitet.

In der S.t Joseph’s School werden aktuell 42 unserer Patenkinder unterrichtet. Von allen wurden Videos für die Pateneltern gemacht. Und natürlich auch Briefe geschrieben.

26. September. Old People und Fußball

Auch bei diesem Besuch wurde ich zur Lebensmittelausgabe für 200 alte und gebrechliche Menschen eingeladen. Der Franziskanermönch Brother Peter koordiniert das Projekt für uns. Die Dankbarkeit dieser Menschen ist unglaublich und sie bringen immer von dem Wenigen, das sie haben, um es der Delegation des Sambia e. V. zu schenken. Aktuell ist gerade Maisernte in Sambia. Daher bringt wirkliche jeder etwas. Es ist der Stolz und die Tradition dieser wunderbaren Menschen, immer ein Gegengeschenk zu machen. Ich muss es annehmen, sonst verletze ich ihre Gefühle. Brother Peter hat sich heute zudem eine Überraschung ausgedacht: eine warme Mahlzeit für alle: Reis mit Würstchen! Unsere Patenkinder unterstützen tatkräftig. Nach Gebet, offiziellen Ansprachen und traditionellen Tänzen erfolgt die eigentliche Lebensmittelausgabe. Das alles dauert von 9:00 bis 14:30 Uhr!!!

Doch es wartet noch ein weiterer Termin: Das Fußballspiel zwischen St Kalemba Football Team und dem Team aus Kasamba. Es ist ein Auswärtsspiel und daher fahren wir ca. 20 Kilometer zum Austragungsort. Spieler und Team fahren gemeinsam auf der Ladefläche eines Trucks. Das ist auf diesen „Dancing Roads“ mehr als gefährlich. Endergebnis 1:1. Alle sind happy und machen sich friedlich und laut diskutierend auf den Heimweg.

27. September. Vorbereitung zur Güterverteilung

Ein Besuch des Sonntagsgottesdienstes ist ein wichtiges Zeichen der Verbundenheit mit den Menschen hier – auch wenn er 2 Stunden dauert und in der Luvale-Sprache zelebriert wird.

Danach wurden die 13 Pakete, die im Vorfeld nach Sambia gesendet wurden, geöffnet und sortiert: 8 Boxen mit Brillen, 5 Pakete mit jeweils 10 Solarpanels, 2 Pakete mit Fußball- und Sportschuhen, 7 Trikotsätze für die Fußball-Teams der Schulen, 2 Pakete mit Kinderkleidung, Sachen für den Schulunterricht. Und viele mehr. Das alles muss im Laufe der Reise noch verteilt werden.

Einige Kinder konnten schon mit Schuhen, Kleidern und Schulsachen ausgestattet werden.

28. September 2026. Patenkinder in Kalivingi

Heute war wieder „Großkampftag“ in Kalivingi angesagt: dort leben aktuell 52 unserer Patenkinder. Von allen wurde ein kleines Video für die Pateneltern gedreht. Selbstverständlich wurden auch Briefe geschrieben. Ein weiteres Highlight war die Einweihung des Schulbrunnens an der BFS Secondary School.

Zurück in St Kalemba: heute startete der Computer-Unterricht für die nächsten College Studenten, die ab Januar 2027 Krankenpflege oder Elektrotechnik an einem College studieren möchten.

29. September. Besuch der Musa School

Heute folgten wir der Einladung des Headteachers der Musa School. Dort hatten wir den Neubau eines Schulgebäudes finanziert. Die Menschen sind sehr dankbar für die neue Schule, die im März dieses Jahres eröffnet worden war. Die Anzahl der Schüler hat sich inzwischen verdoppelt. Im Rahmen des Besuchsprogramms wurden Ansprachen, Sketcheinlagen und kulturelle Tänze der Kinder und der Mütter dargeboten. Die Beweglichkeit der Körper ist immer wieder faszinierend. Egal in welchem Alter die Menschen sind: sobald Musik erklingt, wird getanzt. Auch an der Musa Primary School wollen wir einen Schulgarten anlegen.
Wir haben eine Vereinbarung getroffen: Die Bevölkerung erledigt kostenlos die Arbeiten und wir finanzieren das benötigte Material für einen stabilen Zaun. Somit haben wir bald einen „International  Schoolgarden“. Denn die Schule nennt sich „Musa International School“, weil sie eine

30. September. Kaula Schools

Heute fand der Besuch in der Kaula Primary School statt. Diese Schule ist ebenfalls eine Partnerschule der Faulbach Schule. Mr. Chrispine, der Headteacher, begrüßte uns herzlich. Wir kennen uns schon viele Jahre. Denn die Aktivitäten des Sambia e. V. starteten hier bereits 2013.
Die Lehrer hatten wieder ein buntes Entertainment-Programm organisiert: Ansprachen, kulturelle Tänze. Dazu eine Dankesrede an den Leiter der Faulbach Schule, Herrn Keppler, für die Teil-Finanzierung des Schulfrühstücks.
Und eine Bitte haben sie vorgebracht: ein Blechdach über der Kochstelle. Denn das Strohdach ist in einem desolaten Zustand. Diese Bitte wird in Kürze umgesetzt.

Nächster Stopp: Kaula Secondary School. Hier übergaben wir die mitgebrachten Trikots und Fußbälle an das Team der Schule. Weihnachten im Oktober – die Freude war riesengroß.

Außerdem übergaben wir die mitgebrachten Topflappen an die Köchinnen des Schulfrühstücks. Die Topflappen wurden von einer aufmerksamen Beobachterin extra gehäkelt – denn die Töpfe sind heiß!

01. Oktober. Besuch des Chief Kayongo

Chief Kayongo bat um einen Besuch in seinem Chiefdom. Weit entlegen mitten im Busch. Wir machen uns also auf den Weg, nicht ahnend, was uns erwarten würde. Wir fuhren ca. 25 Kilometer mitten durch den Busch, leider kannten wir den Weg nur ungefähr, mussten öfter anhalten und bei einsam gelegenen Hütten nach dem Weg fragen. Endlich kamen wir an. Allerdings führte nur ein langer, teilweise extrem gefährlicher Fußweg zum Palast von Chief Kayongo. Dort angekommen fand die Unterredung in Luvale- Sprache statt. Zum Glück übersetzte Father Chomba die Bitten des Chiefs: sie brauchen dringend einen Brunnen mit sauberem Wasser und eine Klinik wegen der hohen Sterblichkeit. Ich informierte ihn darüber, dass ich die Erfüllung dieser Bitten nicht selbst entscheiden kann. Ich sagte ihm, dass ich sie in der Vorstandschaft des Sambia e. V. vortragen werde. Dort würde dann entschieden, ob wir helfen können oder nicht. Da es hier keinen Strom gibt, hatte ich 5 Solarlampen als Geschenk mitgebracht.
Der Chief war sehr zufrieden mit dem Ergebnis des Meetings. Dann bat er darum, dass wir auch die Primary School besuchen sollten, dort würden dringend Lehrerhäuser benötigt

Wir kommen der Bitte des Chief nach und fahren weitere 2 Kiometer durch den menschenleeren Busch und fragten uns: wo soll hier eine Schule sein? Wir erreichten schließlich die Kacgavaluku Primary School, an der ca. 300 Kindern in grotesken Umständen unterrichtet werden. Die Lehrer baten um ein Lehrerhaus wie in Kalivingi. Diese Bitte konnte ich sehr gut nachvollziehen. Nach einer anstrengenden Rückfahrt erwartete uns in St. Kalemba eine Überraschung ganz anderer Art.
Wir hatten für die beiden Fußball-Mannschaften der Kawanda Secondary School und unseres St.-Kalemba-Teams Trikots und Fußbälle mitgebracht.
Sie haben die Trikots angezogen und präsentierten sich in neuen Look.
Danke an alle Sponsoren!

Freitag, 02. Oktober. Brillen für die Augenklinik

Am Vormittag kamen wieder einige Bittsteller nach St Kalemba. Sie baten um Kleidung, Essen, Schuhe, Stipendien für einen Collegebesuch, Patenschaften oder auch um Geld für ein Blechdach oder Zement zum Hausbau.  Außerdem mussten wichtige administrative Dinge erledigt werden.
Am Nachmittag fuhren wir zum Loloma Krankenhaus und brachten die Brillen von „Brillen ohne Grenzen“ in die dortige Eye Clinic. Die Ärzte waren total happy. Einer meinte sogar: diese Brillen sind auch für uns Ärzte ein Segen. Einige von uns  können nun bei den Operationen viel besser sehen! Diese Brillenaktion ist wirklich ein Glück für alle.
Wir begegneten dann noch Krankenschwester Naomi, die wir bereits von früheren Besuchen her kannten. Sie lud uns zum Kaffee und selbst gebackenen Muffins ein. Und das in Manyinga. Kaffee gibt es hier in Sambia nur äußerst selten. Es wurde ein lustiger Nachmittag. Und auch diese Begegnung bringt uns weiter. Naomis Ehemann Nathan ist der Clinic Officer des Loloma Krankenhauses. Gut zu wissen!

Samstag, 03. Oktober. Besuch beim Chief

Heute fand Lukwskwa statt, das traditionelle Fest. An diesem einzigen Tag im Jahr verlässt der Chief seinen Palace und zeigt sich der Öffentlichkeit. Entsprechend groß ist die Anzahl der Menschen, die ihn sehen wollen. Das Fest ist supergut organisiert und wechselt ab mit Reden, Cultur dancers, akrobatischen Vorführungen und mit viel Trommelklängen. Es gab einzelne Darbietung einfacher Handwerkskunst und Einblicke in das frühere Leben der Einheimischen hier, bevor „der weiße Mann“ kam. Zum Ende der Veranstaltung brachten die geladenen Ehrengäste dem Chief ihre Geschenke. Wir schenkten eine Matratze, was mit viel Applaus bedacht wurde.

04., 05. u. 06. Oktober. Ehemalige Patenkinder engagieren sich

Nach vielen interessanten Begegnungen, emotionalen Ereignissen und Kontakten mit wunderbaren Menschen treten wir unsere Rückreise von St Kalemba über Solwezi nach Ndola an.

Am beeindruckendsten war das Engagement einiger unserer älteren Patenkinder. Sie haben Hilfe und Unterstützung bekommen. Jetzt geben sie etwas von dem zurück, was sie Gutes durch den Sambia e. V. erfahren haben: sie kümmern sich um alte alleinstehende Menschen, Kranke und Hilflose. Ehrenamtlich und ohne Bezahlung. Sie holen Feuerholz, bringen Kanister mit Wasser, reinigen die Hütten oder waschen die Wäsche der Bedürftigen.
Die Initiative beruht auf dem eigenen Entschluss der Jugendlichen. Wir sind stolz und glücklich, dass hier etwas Neues entsteht – für mehr Nächstenliebe, Menschlichkeit und Miteinander. Ein Engagement, das auf dem des Sambia e. V. gegründet ist.

Das war das berührendste an dieser Reise!
Das ist Ihr Verdienst! Ohne Sie wäre der Sambia e. V. nicht wirklich handlungsfähig. Herzlichen Dank!!

Am 6. Oktober sind wir wieder gesund und glücklich in Frankfurt gelandet.