– Reise im März 2026.
Verfasser: Martin Ruf
Anreise 11. – 12.03.2026
Anstrengende Anreise und eine Überraschung
Auch auf dieser Reise nach Sambia begleitet uns – Anita, Elke und Martin – wieder „Zebra Franz“ aus der Klasse 2c der Diesterweg-Schule in Halle. Gemeinsam wollen wir die Projekte des Sambia e. V. besuchen, unsere Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner vor Ort treffen und einen Eindruck davon bekommen, wie sich die Arbeit in den Projekten entwickelt.
Wie man sieht, sind wir mit reichlich Gepäck unterwegs. In unseren Koffern haben wir wieder wichtige Ausrüstung für die Projekte dabei – Solarlampen, Laptops, Handys, Brillen und einiges mehr.
Die Anreise ist ganz schön anstrengend: Zunächst bringt uns ein Nachtflug von Frankfurt in die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba. Von dort aus geht es nach einer kurzen Pause weiter nach Ndola in Sambia.
Zum Glück verläuft die Zoll- und Einreisekontrolle diesmal deutlich entspannter als bei früheren Reisen. Gut gelaunt holt uns Father Kankomba am Flughafen ab und bringt uns die rund 280 Kilometer sicher mit dem Auto nach Solwezi.
Dort erwartet uns allerdings noch eine kleine Überraschung: Mitten in der Stadt müssen wir einen ungeplanten Stopp einlegen, weil die Polizei eine Straße gesperrt hat – der sambische Präsident ist zu Besuch und sorgt kurzfristig für etwas Verkehrsstillstand.
Schließlich erreichen wir das Gästehaus des Bischofs in Solwezi, wo wir übernachten. Müde von der langen Reise, aber voller Vorfreude blicken wir auf die kommenden Tage. Wir sind gespannt auf das Land, die Begegnungen und viele spannende Erlebnisse, die vor uns liegen.
13.03.2026
Solwezi: Eine Audienz, wichtige Erledigungen und ein besonders schöner Termin
Unser zweiter Tag in Solwezi beginnt mit einem besonderen Termin: Wir besuchen Bischof Charles Kasonde. In einer offenen und herzlichen Atmosphäre sprechen wir über den aktuellen Stand der verschiedenen Projekte und tauschen uns über die nächsten Schritte aus. Ein besonderer Moment ist die Übergabe einer Madonna-Figur – „Mother Mary of Lourdes“. Sie wurde von Bernd Faßbender gestiftet und ist für die geplante Bernd-Faßbender-Kirche in Kalivingi bestimmt.
Danach stehen zunächst einige organisatorische Dinge auf dem Programm. Für unsere geplante Fahrt in den Westen Sambias müssen noch zwei wichtige Formalitäten erledigt werden: ein Besuch beim Immigration Office sowie ein Abstecher zum sambischen TÜV, damit auch unser Fahrzeug offiziell überprüft ist und wir sicher weiterreisen können. Dabei sorgt „Zebra Franz“ gleich für gute Stimmung – er und der TÜV-Prüfer werden auf Anhieb beste Freunde.
Nach so viel Bürokratie meldet sich der Hunger – und den stillen wir ganz unkompliziert bei der Fast-Food-Kette „Hungry Lion“. Frisch gestärkt geht es anschließend weiter zu einem kurzen Besuch bei „Book World“. Mit diesem Buchladen arbeiten wir schon länger zusammen. Sobald wieder genügend Spenden für neue Schulbücher zusammenkommen, werden wir hier erneut Bücher für mehrere Schulen bestellen.
Am Nachmittag folgt ein besonders schöner Termin: der Besuch beim SOTTI – dem Solwezi Trade Training Institute. Hier absolvieren derzeit elf unserer Patenkinder ihre Ausbildung. Wir treffen uns mit ihnen, sprechen mit jedem Einzelnen darüber, wie es ihm oder ihr geht und welche Pläne sie für die Zukunft haben. Anschließend führen wir noch ein gemeinsames Gespräch mit dem stellvertretenden Schulleiter. Es ist schön zu sehen, wie die Ausbildung den Jugendlichen eine echte Chance für einen guten Start in ein selbstständiges Leben eröffnet.
Natürlich nutzen wir die Gelegenheit auch, um kurze Videos für die Pateneltern aufzunehmen. Darin senden die Schülerinnen und Schüler persönliche Grüße, bedanken sich für die Unterstützung und erzählen kurz, wie es ihnen geht und was sie gerade lernen.
Am Ende dieses zweiten Tages nehmen wir viele schöne Eindrücke mit: gute Gespräche, wichtige organisatorische Schritte – und vor allem die Gewissheit, wie viel die Unterstützung der Paten für die jungen Menschen hier bedeutet.
14.03.2026
Berührende Begegnungen und ein fröhlicher Abend in Solwezi
Der Tag beginnt mit einem Besuch in der St. Mary’s Special School in Solwezi – einer Schule für Kinder mit Behinderungen. Hier lernen taubstumme und blinde Kinder. Viele von ihnen leben auch im angeschlossenen Internat. Neben dem regulären Unterricht erhalten die Jugendlichen inzwischen auch eine praktische Ausbildung. Zum Beispiel im Schneidern, Kochen oder im Friseurhandwerk in dem neuen Gebäude, das der Sambia e. V. mit den Spendengeldern des Sternstunden e. V. gebaut hat.
Schon bei unserer Ankunft werden wir herzlich empfangen: Die Kinder begrüßen uns mit Gesängen und Tänzen. Danach zeigen sie uns stolz ihre Ausbildungsräume. Besonders beeindruckend sind die vielen farbenfrohen Kleidungsstücke und Taschen, die in der Schneiderei entstehen. Natürlich können wir nicht widerstehen und kaufen einige der schönen Stücke für Zuhause. Eine weitere Überraschung erwartet uns in der Lehrküche: Dort werden wir spontan zum gemeinsamen Essen eingeladen.
Gerade für Jugendliche mit Behinderungen ist diese Ausbildung ein wichtiger Schritt in Richtung eines selbstbestimmten Lebens. Für uns alle ist dieser Vormittag sehr berührend und eindrucksvoll.
Am Nachmittag treffen wir unsere College-Studenten im Kolbe Haus der Franziskaner. Dieses Haus ist die Boarding-Unterkunft für unsere Studierenden während ihrer Ausbildung. In einem gemeinsamen Gespräch erkundigen wir uns, wie es ihnen im Studium geht, womit sie sich gerade beschäftigen und ob es Herausforderungen gibt. Die Studenten berichten offen von ihrem Alltag – und neben den vielen interessanten Gesprächen wird auch viel gelacht.
Anschließend tauschen wir uns noch mit Father Joshua, dem Leiter des Kolbe Hauses, zu seiner Arbeit und der Situation der Studenten aus. Auch dieses Gespräch ist von einer sehr herzlichen Atmosphäre geprägt.
Den Abschluss des Tages bildet ein gemeinsames Abendessen mit Bischof Charles Kasonde und seiner unglaublich netten Sekretärin, Schwester Erlin. Es wird ein interessanter, lebhafter und vor allem unglaublich lustiger Abend – ein schöner Ausklang für einen Tag voller Begegnungen.











