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Delegation auf Visite

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– Reise im März 2026.

Verfasser: Martin Ruf

Anreise 11. – 12.03.2026

Anstrengende Anreise und eine Überraschung
Auch auf dieser Reise nach Sambia begleitet uns – Anita, Elke und Martin – wieder „Zebra Franz“ aus der Klasse 2c der Diesterweg-Schule in Halle. Gemeinsam wollen wir die Projekte des Sambia e. V. besuchen, unsere Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner vor Ort treffen und einen Eindruck davon bekommen, wie sich die Arbeit in den Projekten entwickelt.
Wie man sieht, sind wir mit reichlich Gepäck unterwegs. In unseren Koffern haben wir wieder wichtige Ausrüstung für die Projekte dabei – Solarlampen, Laptops, Handys, Brillen und einiges mehr.

Die Anreise ist ganz schön anstrengend: Zunächst bringt uns ein Nachtflug von Frankfurt in die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba. Von dort aus geht es nach einer kurzen Pause weiter nach Ndola in Sambia.
Zum Glück verläuft die Zoll- und Einreisekontrolle diesmal deutlich entspannter als bei früheren Reisen. Gut gelaunt holt uns Father Kankomba am Flughafen ab und bringt uns die rund 280 Kilometer sicher mit dem Auto nach Solwezi.

Dort erwartet uns allerdings noch eine kleine Überraschung: Mitten in der Stadt müssen wir einen ungeplanten Stopp einlegen, weil die Polizei eine Straße gesperrt hat – der sambische Präsident ist zu Besuch und sorgt kurzfristig für etwas Verkehrsstillstand.
Schließlich erreichen wir das Gästehaus des Bischofs in Solwezi, wo wir übernachten. Müde von der langen Reise, aber voller Vorfreude blicken wir auf die kommenden Tage. Wir sind gespannt auf das Land, die Begegnungen und viele spannende Erlebnisse, die vor uns liegen.

13.03.2026
Solwezi: Eine Audienz, wichtige Erledigungen und ein besonders schöner Termin
Unser zweiter Tag in Solwezi beginnt mit einem besonderen Termin: Wir besuchen Bischof Charles Kasonde. In einer offenen und herzlichen Atmosphäre sprechen wir über den aktuellen Stand der verschiedenen Projekte und tauschen uns über die nächsten Schritte aus. Ein besonderer Moment ist die Übergabe einer Madonna-Figur – „Mother Mary of Lourdes“. Sie wurde von Bernd Faßbender gestiftet und ist für die geplante Bernd-Faßbender-Kirche in Kalivingi bestimmt.

Danach stehen zunächst einige organisatorische Dinge auf dem Programm. Für unsere geplante Fahrt in den Westen Sambias müssen noch zwei wichtige Formalitäten erledigt werden: ein Besuch beim Immigration Office sowie ein Abstecher zum sambischen TÜV, damit auch unser Fahrzeug offiziell überprüft ist und wir sicher weiterreisen können. Dabei sorgt „Zebra Franz“ gleich für gute Stimmung – er und der TÜV-Prüfer werden auf Anhieb beste Freunde.

Nach so viel Bürokratie meldet sich der Hunger – und den stillen wir ganz unkompliziert bei der Fast-Food-Kette „Hungry Lion“. Frisch gestärkt geht es anschließend weiter zu einem kurzen Besuch bei „Book World“. Mit diesem Buchladen arbeiten wir schon länger zusammen. Sobald wieder genügend Spenden für neue Schulbücher zusammenkommen, werden wir hier erneut Bücher für mehrere Schulen bestellen.

Am Nachmittag folgt ein besonders schöner Termin: der Besuch beim SOTTI – dem Solwezi Trade Training Institute. Hier absolvieren derzeit elf unserer Patenkinder ihre Ausbildung. Wir treffen uns mit ihnen, sprechen mit jedem Einzelnen darüber, wie es ihm oder ihr geht und welche Pläne sie für die Zukunft haben. Anschließend führen wir noch ein gemeinsames Gespräch mit dem stellvertretenden Schulleiter. Es ist schön zu sehen, wie die Ausbildung den Jugendlichen eine echte Chance für einen guten Start in ein selbstständiges Leben eröffnet.
Natürlich nutzen wir die Gelegenheit auch, um kurze Videos für die Pateneltern aufzunehmen. Darin senden die Schülerinnen und Schüler persönliche Grüße, bedanken sich für die Unterstützung und erzählen kurz, wie es ihnen geht und was sie gerade lernen.

Am Ende dieses zweiten Tages nehmen wir viele schöne Eindrücke mit: gute Gespräche, wichtige organisatorische Schritte – und vor allem die Gewissheit, wie viel die Unterstützung der Paten für die jungen Menschen hier bedeutet.

14.03.2026
Berührende Begegnungen und ein fröhlicher Abend in Solwezi
Der Tag beginnt mit einem Besuch in der St. Mary’s Special School in Solwezi – einer Schule für Kinder mit Behinderungen. Hier lernen taubstumme und blinde Kinder. Viele von ihnen leben auch im angeschlossenen Internat. Neben dem regulären Unterricht erhalten die Jugendlichen inzwischen auch eine praktische Ausbildung. Zum Beispiel im Schneidern, Kochen oder im Friseurhandwerk in dem neuen Gebäude, das der Sambia e. V. mit den Spendengeldern des Sternstunden e. V. gebaut hat.

Schon bei unserer Ankunft werden wir herzlich empfangen: Die Kinder begrüßen uns mit Gesängen und Tänzen. Danach zeigen sie uns stolz ihre Ausbildungsräume. Besonders beeindruckend sind die vielen farbenfrohen Kleidungsstücke und Taschen, die in der Schneiderei entstehen. Natürlich können wir nicht widerstehen und kaufen einige der schönen Stücke für Zuhause. Eine weitere Überraschung erwartet uns in der Lehrküche: Dort werden wir spontan zum gemeinsamen Essen eingeladen.
Gerade für Jugendliche mit Behinderungen ist diese Ausbildung ein wichtiger Schritt in Richtung eines selbstbestimmten Lebens. Für uns alle ist dieser Vormittag sehr berührend und eindrucksvoll.

Am Nachmittag treffen wir unsere College-Studenten im Kolbe Haus der Franziskaner. Dieses Haus ist die Boarding-Unterkunft für unsere Studierenden während ihrer Ausbildung. In einem gemeinsamen Gespräch erkundigen wir uns, wie es ihnen im Studium geht, womit sie sich gerade beschäftigen und ob es Herausforderungen gibt. Die Studenten berichten offen von ihrem Alltag – und neben den vielen interessanten Gesprächen wird auch viel gelacht.
Anschließend tauschen wir uns noch mit Father Joshua, dem Leiter des Kolbe Hauses, zu seiner Arbeit und der Situation der Studenten aus. Auch dieses Gespräch ist von einer sehr herzlichen Atmosphäre geprägt.

Den Abschluss des Tages bildet ein gemeinsames Abendessen mit Bischof Charles Kasonde und seiner unglaublich netten Sekretärin, Schwester Erlin. Es wird ein interessanter, lebhafter und vor allem unglaublich lustiger Abend – ein schöner Ausklang für einen Tag voller Begegnungen.

15.03.2026
Lebendiger Sonntag in Solwezi: Gottesdienst, Collegebesuch und Markttrubel
Der Sonntag beginnt für uns mit einer Messe in der Kathedrale St. Daniel des Bischofs Kasonde. Die Kathedrale selbst ist eine große, helle und sehr schlicht gestaltete Kirche.
An diesem Vormittag finden gleich drei Gottesdienste statt. Wir entscheiden uns für die Kindermesse um 9 Uhr – und werden nicht enttäuscht. Die Messe ist lebendig und fröhlich, geprägt von wunderschönen Gesängen und viel Beteiligung der Kinder. Viele Menschen haben sich für den Gottesdienst besonders schick gekleidet, was der Feier eine festliche Atmosphäre verleiht.

Am Nachmittag besuchen wir unsere beiden Lehramtsstudentinnen im College, die bald selbst als Grundschullehrerinnen arbeiten werden. Das College zählt rund 900 Studierende, ein Teil von ihnen – darunter auch unsere beiden Patenkinder – lebt direkt auf dem Campus. Das weitläufige Gelände ist sehr gepflegt und schön angelegt, sodass sich hier eine angenehme Lernumgebung bietet.

Zum Abschluss des Tages tauchen wir noch in das bunte Treiben eines großen lokalen Marktes ein. Zwischen vielen Ständen und Menschen herrscht reges und manchmal auch turbulentes Leben. Hier kaufen wir unter anderem farbige Stoffe für unsere Näherei, die später in den Projekten weiterverarbeitet werden. Ein lebendiger und abwechslungsreicher Ausklang für diesen Sonntag in Solwezi.

16.03.2026
Auf nach St. Kalemba – voller Wagen, lange Fahrt und erste Planungen
Am Montagmorgen brechen wir auf in den Westen Sambias. Unser Ziel ist St. Kalemba. Ca. 300 Kilometer entfernt im Grenzgebiet zu Angola und dem Kongo. Rund um diesen Ort liegen viele der Dörfer, in denen unsere Projekte stattfinden – von Schulpatenkindern über Schulessen und Brunnen bis zum Bike-Projekt und der Unterstützung älterer Menschen.
Bevor wir losfahren, schauen wir noch kurz bei Bischof Charles Kasonde vorbei, der direkt neben unserem Gästehaus wohnt. Wo gäbe es das in Deutschland, dass man einfach kurz beim Bischof klingelt? Aber er ist ein großer Unterstützer, interessiert sich sehr für unsere Projekte und wünscht uns und „Zebra Franz“ eine gute Reise.

Unser Fahrer für die kommende Woche ist auch hier Father Chomba. Doch bevor es richtig losgeht, steht noch ein Großeinkauf an: Für die nächsten zwei Wochen müssen wir uns selbst versorgen. Denn rund um St. Kalemba gibt es kaum Einkaufsmöglichkeiten. Am Ende schaffen wir tatsächlich das Kunststück, auch die letzte freie Ecke im ohnehin schon vollgepackten Auto zu nutzen.
Die Straße zeigt sich von sehr unterschiedlichen Seiten: Mal rollen wir zügig über glatten Asphalt, mal geht es im Slalom um tiefe Schlaglöcher. Father Chomba weicht den meisten elegant aus – aber nicht allen.
Nach fast sechs Stunden Fahrt erreichen wir schließlich St. Kalemba. Kaum angekommen, stellen wir fest: Beide Hinterreifen haben fast keine Luft mehr. Zum Glück sind schnell einige Helfer zur Stelle, die mit einem Kompressor nachhelfen.
Feierabend? Noch nicht ganz. Nach dem Abendessen kommen Brother Peter und Washington Jere, der Schulleiter in Kalivingi, vorbei. Gemeinsam planen wir die nächsten zwölf Tage unserer Projektarbeit. Und obwohl der Tag lang war, wird dabei schon wieder viel gelacht – ein gutes Zeichen für die kommenden Tage.

17.03.2026
Wasser ist Leben – sauberes Wasser für 2.000 Menschen
Heute war ein sehr bewegender Tag. Dinge, die für uns selbstverständlich sind, stehen plötzlich im Fokus. Weil sie für die Menschen hier lebensnotwendig sind. Es geht um sauberes Wasser. Dazu haben sehr viele Menschen in Sambia keinen Zugang.
So wurden Anita und Ines bei der letzten Sambia Reise im September in vier Dörfer eingeladen, die nur Wasserlöcher hatten, aus denen die Frauen mit Eimern dreckiges Wasser schöpften. In der Folge sind viele Menschen krank geworden. Wir berichteten.

Durch Anitas Bericht in ihrem WhatsApp Status hat sie innerhalb weniger Tage Sponsoren gefunden, die die Kosten für die Brunnenbohrungen übernommen haben. Ende des Jahres waren dann schon alle vier Brunnen gebohrt und liefern sauberes Wasser.
Wir haben heute diese vier Dörfer mit ihren neuen Brunnen besucht. Die Freude und Dankbarkeit der Menschen war unglaublich. Anita wurde wie eine „Göttin des Wassers“ gefeiert, mit Gesängen, Tänzen und Danksagungen der Headman (Dorfvorsteher).
In einer kleinen Zeremonie wurde an jeder Wasserpumpe eine Plakette mit dem Namen des Sponsors angebracht.

Und am Ende wurden wir von einem Headman noch zum traditionellen sambischen Essen, Nshima (ein fester Brei aus weißem Maismehl), eingeladen.
Dann haben die Dorfbewohner, die selbst kaum etwas haben, uns noch einen Hahn und einen Sack Erdnüsse sowie köstliche Bananen geschenkt.

Ein sehr bewegender Tag für uns. Wasser ist Leben.

18.03.2026
Überraschungsfeier und „Behördengänge“
Heute wollten wir eigentlich nur unseren Patenkindern auf der New Loloma Secondary School einen Besuch abstatten und mit der Schulleiterin sprechen. Aber weil wir angekündigt waren, hat uns die Schule mit einer mehr als einstündigen Veranstaltung überrascht bei der ca. 600 Schüler anwesend waren.
Wir waren die Ehrengäste und wurden mit Gesängen, Tänzen, Ansprachen der Schulleitung, Elternbeirat, Lehrern und Schülern (Headgirl/Headboy, Mediateam) willkommen geheißen. Das war schon sehr beeindruckend. Insbesondere auch der Gesang der vielen Kinder.

Im Anschluss hatten wir dann zwei Behördentermine die sehr wichtig für geplante Projekte waren.
Einmal beim Schulamt um die Ausgestaltung des geplanten Baus einer Boardingschule in Kalivingi zu besprechen. Charmant und zielorientiert hat Anita mit dem Schulamtsleiter verhandelt und die Genehmigung erhalten.
Im Anschluss dann der Termin beim Gesundheitsamt. Hier ging es um eine geplante Health Post (Krankenstation) in Kalivingi. Auch hier hat Anita sofort einen Draht zum Amtsleiter gehabt und schnell grünes Licht erhalten.
In beiden Projekten werden wir die Gebäude bauen und der sambische Staat die Lehrer bzw. die Krankenschwestern stellen und bezahlen.

Am Abend haben wir dann noch unseren Besuch bei der Bernd-Faßbender-Secondary School in Kalivingi vorbereitet und die 120 neuen Uniformen sowie die neuen Bücher sauber verpackt. Wir sind bereit.

19.03.2026
Kalivingi: Ein weiter Weg, große Fortschritte und eine Ziege als Zeichen der Dankbarkeit
Ein wichtiger Tag führt uns in das abgelegene Dorf Kalivingi, rund 14 Kilometer tief im Busch gelegen und nur über äußerst anspruchsvolle Wege erreichbar. Gut, dass wir den Geländewagen des Bischofs haben.

Noch vor wenigen Jahren bestand die schulische Infrastruktur in Kalivingi lediglich aus einer baufälligen Primary School. Dank der Unterstützung der Bernd-Faßbender-Stiftung hat sich das Bild grundlegend gewandelt: Neben einer neuen Primary School wurde auch eine Secondary School errichtet – ein entscheidender Fortschritt für die gesamte Region. Davon profitieren auch Kinder aus umliegenden Dörfern, die teilweise mehr als eine Stunde Fußweg auf sich nehmen, um am Unterricht teilnehmen zu können.

Bereits mehrere hundert Meter vor der Schule werden wir von einer wachsenden Gruppe von Kindern empfangen, die uns mit großer Freude begleiten. Am Schulgelände angekommen, schließt sich ein Empfangskomitee aus Eltern an, und gemeinsam bewegt sich die Gruppe in einer lebendigen, fast feierlichen Prozession bis vor die Schule. 

Nach einer kurzen Abstimmung mit Washington Jere, dem Schulleiter der Secondary School und unserem langjährigen und verlässlichen Projektpartner vor Ort, beginnen die Feierlichkeiten. Wir sind als Ehrengäste eingeladen – eine Rolle, die wir mit großer Wertschätzung, aber auch mit dem Bewusstsein der Verantwortung wahrnehmen.

Das anschließende Programm ist beeindruckend und dauert mehrere Stunden: Gesänge, Tänze, Redebeiträge von den Headman der Dörfer, der Schulleiter sowie Präsentationen der Schülerinnen und Schüler wechseln sich ab. Die Beiträge sind nicht nur vielfältig, sondern auch geprägt von großer Herzlichkeit und echter Dankbarkeit.

Im weiteren Verlauf stellte Anita in ihrer Ansprache die bisherigen Projekte des Vereins in Kalivingi dar und gab einen Ausblick auf zukünftige Vorhaben, darunter insbesondere den Bau eines Boarding Hauses. 

Ein weiterer Höhepunkt war die Verteilung neuer Bücher und Schuluniformen für die Schüler der Secondary School. Die Schüler ziehen die neuen Uniformen in ihren Klassenräumen direkt an und marschieren stolz zu beschwingter Musik auf den Festplatz ein.

Zum Abschluss erleben wir eine Geste, die uns jedes Mal aufs Neue bewegt: Die Dorfgemeinschaft überreicht Geschenke, obwohl sie selbst kaum etwas haben. In diesem Jahr ist es eine Ziege, Erdnüsse und Maismehl. Wir sind wieder tief beschämt.

Mit diesen Eindrücken treten wir am Abend die Rückfahrt an – nachdenklich, dankbar und tief bewegt. Kalivingi zeigt eindrucksvoll, welche Veränderungen möglich sind, wenn Engagement, Vertrauen und Zusammenarbeit über Jahre hinweg konsequent gelebt werden.

Und auch wenn die Wege dorthin holprig bleiben: Der eingeschlagene Weg ist der richtige.

20.03.2026
Ein Tag voller Begegnungen, Dankbarkeit und bewegender Schicksale.
Heute sind wir in der Bezirkshauptstadt Manyinga unterwegs – ein Ort, der uns mit offenen Armen empfängt und uns tief berührt.
Unser erster Halt ist die St. Joseph’s Primary School, die zur Pfarrei von Father Kankomba Chomba (unserem Fahrer) gehört. Schon bei unserer Ankunft werden wir herzlich empfangen: Die Kinder der Schule, die Eltern unserer Patenkinder und die Lehrkräfte haben sich versammelt, um uns zu begrüßen. Die Kinder tanzen ausgelassen, lachen und zeigen ihre Freude ganz ungezwungen – ein Moment, der uns alle mitreißt.
Ein zentrales Thema hier ist der Bau der neuen Primary School für die wachsende Zahl der Kinder. Das Gebäude ist bereits weit fortgeschritten – ein sichtbares Zeichen der Hoffnung. Finanziert wird das Projekt von Fly & Help.
Auch heute drücken die Eltern ihre Dankbarkeit auf ihre ganz eigene Weise aus – mit Geschenken, die von Herzen kommen.

Unser nächster Halt führt uns zum Krankenhaus in Manyinga. Wir bringen dringend benötigte Hilfsgüter vorbei: gespendete Brillen, Einwegspritzen und Kinderkleidung. Der Bedarf ist enorm, und alles wird mit großer Dankbarkeit angenommen. Im Gespräch mit dem Klinikleiter erfahren wir, dass es besonders an funktionstüchtigen Rollstühlen fehlt – viele der vorhandenen sind in einem sehr schlechten Zustand.

Doch der bewegendste Moment des Tages erwartet uns am Ende: der Besuch im „Angels Place“. Hier lebt und arbeitet Joy Sambambi, die sich aktuell um 23 Kinder kümmert, die Waisen sind. Die Menschen in Manyinga nennen sie liebevoll den „Angel of Manyinga“ – und schnell wird klar, warum.
Immer wieder werden Babys zu ihr gebracht, wenn ihre Mütter im Krankenhaus sterben und es keine Angehörigen gibt, die sich kümmern können. Joy selbst hat zehn Kinder geboren, doch neun von ihnen sind gestorben. Und sie hat die Entscheidung getroffen: Sollte ihre letzte Tochter überleben, würde sie ihr Leben den Waisenkindern widmen. Und genau das tut sie – bis heute, gemeinsam mit ihrer Tochter.
Die Menschen aus Manyinga unterstützen sie, so gut sie können, bringen gelegentlich etwas zu essen vorbei. Doch die Not ist groß, und die Mittel sind knapp. Umso bedeutender ist die Hilfe von außen: Die deutsche Familie Engel – ein Name, der kaum passender sein könnte – unterstützt das Waisenhaus maßgeblich und trägt dazu bei, dass die Kinder hier ein menschenwürdigeres Leben führen können.

Am Ende dieses Tages bleibt ein Gefühl tiefer Demut.

21.03.2026
Begabte Kinder, ein atemberaubender Blick auf den Zambezi und eine Feier im Pfarrhaus von St. Josephs
Das heutige Ziel ist die Zambezi Boarding School für begabte Kinder. Auf diese Secondary School gehen auch 19 unserer Patenkinder aus St. Kalemba – sie sind eine besondere Hoffnung, da sie zu den Besten gehören.

Die Fahrt in die Stadt Zambezi – die am gleichnamigen Fluss liegt – ist lang (2,5 Stunden) und anstrengend. Auch hier ist es unser Ziel zu schauen, wie es unseren Patenkindern dort geht, wie es in der Schule läuft und wir wollen sie natürlich auch motivieren weiterhin hart zu lernen. Es ist schön zu sehen, dass sich alle wohlfühlen und Ideen für die eigene Zukunft haben.
Jedes Kind schreibt dann einen Brief an seine Pateneltern und Anita dreht mit jedem ein kurzes Video, das sie an die jeweiligen Pateneltern schickt.

Damit haben wir uns unser Mittagessen verdient, das wir in einer Lodge mit atemberaubendem Blick über den Zambezi Fluss genießen.

Heute Abend sind wir bei unserem Father Kankomba Chomba und den anderen Pfarrern im Pfarrhaus von St. Joseph in Manyinga eingeladen. Die Ziege und die Hähne, die wir geschenkt bekommen haben, werden gegrillt. Es wird ein sehr schöner Abend, an dem viel gelacht wird und wir viele Erfahrungen austauschen.

22.03.2026
Ein Sonntag voller Begegnungen und Hoffnung

Die Sonntagsmesse in der schönen Kirche von St. Kalemba war ein ganz besonderes Erlebnis. Die Kirche, einst von dem deutschen Missionar Gerhard erbaut, füllte sich mit festlich gekleideten Dorfbewohnern. Father Felix wechselte zwischen der Landessprache und Englisch, sodass sich alle angesprochen fühlten. Besonders beeindruckend war der kleine, aber unglaublich kraftvolle Kirchenchor, dessen Stimmen den Raum erfüllten und für Gänsehautmomente sorgten.
Nach der Messe entstand vor der Kirche eine lebhafte, fröhliche Szene: Viele Menschen wollten sich mit uns fotografieren lassen – ein Ausdruck von Neugier, Freude und Verbundenheit.
 
Am Nachmittag standen erneut die Kinder im Mittelpunkt. Anita führte intensive Einzelgespräche mit Patenkindern. Und Eltern, die sich um eine Patenschaft bewerben oder von einer Ausbildung im Handwerk oder einem Collegebesuch träumen.
Den bewegenden Abschluss bildete ein Treffen mit sieben ehemaligen Patenkindern. Sie haben ihre Ausbildung oder ihr Studium erfolgreich beendet und befinden sich nun im Volontariat. Bald werden sie als Lehrer, Krankenschwestern, Maurer und Elektriker arbeiten, ihr eigenes Leben gestalten und ihre Familien unterstützen können. 

23.03.2026
Ein Tag, der uns Demut gelehrt hat

Der Montag begann mit einem Besuch beim „Old People Food Programm“, das rund 180 ältere und hilfsbedürftige Menschen aus den umliegenden Dörfern unterstützt. Einmal im Monat erhalten sie Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs – vollständig finanziert durch die Familie Spahn.
Schon bei unserer Ankunft wurde klar: Dieser Tag würde besonders werden. Anita wurde von den Menschen unglaublich herzlich empfangen. Brother Peter, ein Franziskaner Bruder und zentrale Bezugsperson vor Ort, hatte eine richtige Feier organisiert – mit Reden, Spielen, Musik und Tanz. Witzig war ein Wettbewerb, bei dem Frauen mit großer Geschicklichkeit Flaschen auf dem Kopf balancierten und sich dabei ein Wettrennen lieferten (Bottle Race).
Doch dann geschah etwas, das uns tief berührte: Die alten Menschen, die selbst kaum etwas besitzen, stellten sich in einer langen Reihe vor uns auf – jeder Einzelne mit einem kleinen Geschenk in der Hand. Es war ein Moment voller Würde und Stolz. Trotz ihrer Armut wollten sie etwas zurückgeben. Diese Geste hat uns tief beschämt und gleichzeitig unendlich bewegt.
Im Anschluss besuchten wir die Mangana Primary und Secondary School. Die Schulbücher, die wir im letzten Jahr übergeben hatten, werden intensiv genutzt und sorgfältig aufbewahrt. Es ist nun geplant zu prüfen, ob auch die Primary School mit neuen Büchern ausgestattet werden kann. Die Schule empfing uns mit einer kleinen Feier – herzlich und voller Dankbarkeit.
Eine besondere Überraschung erwartete uns dann noch: „Princess Ida“, die Tochter des Chief von Manyinga, kam vorbei und servierte uns im Büro des Schulleiters ein köstliches Mittagessen.
Zum Abschluss des Tages unterstützten wir zwei frisch ausgebildete Handwerker – einen Maurer und einen Elektriker – mit einer Grundausstattung an Werkzeugen, um ihnen den Start in die Selbstständigkeit zu ermöglichen.
Die Rückfahrt war ebenso ereignisreich wie der Tag selbst: Acht Personen, zwei geschenkte Hähne, eine Schubkarre und jede Menge Werkzeug fanden Platz im Fahrzeug.
24.03.2026
Schwierige Lernbedingungen und ein wichtiger Termin mit den Headmen
Unsere Fahrt führte uns heute in Richtung Westen – über die einzige asphaltierte Straße, die ihrem Namen oft kaum gerecht wird. Schlaglöcher und holprige Abschnitte begleiteten uns bis zur Kabompo Boarding School. Eine Schule mit rund 800 Kindern, von denen etwa 500 auch dort leben.
Eigentlich war ein kurzer Besuch kurz geplant: Wir wollten nach vier unserer Patenkinder schauen. Es war schön zu sehen, dass sie sich wohlfühlen und gut entwickeln.
Doch dann nahm der Tag – mal wieder – eine unerwartete Wendung. Der stellvertretende Schulleiter bot uns spontan eine Führung über das Gelände an – und was wir sahen, stimmte nachdenklich. Die Bedingungen, unter denen die Kinder hier lernen und leben, sind schwierig. In den Schlafräumen fehlt es teilweise sogar an Matratzen. Der Computerraum ist mit gerade einmal fünf alten Geräten für Hunderte von Schülern ausgestattet. Die Übungsräume lassen vieles vermissen. Auch wenn an deutschen Schulen die Infrastruktur oftmals in schlechtem Zustand ist – hier ist der Bedarf an Unterstützung extrem groß.

Nach einem kurzen Abstecher zu Grace, der Schwester des amtierenden Verteidigungsministers und einer guten Freundin von Anita, mussten wir uns beeilen.
Denn ein wichtiger Termin wartete bereits auf uns: das Treffen mit den Headmen und der Headwoman der umliegenden Dörfer.
Die „Dorfvorsteher“ sind die zentralen Persönlichkeiten im gesellschaftlichen Leben. Sie spielen eine entscheidende Rolle für den Erfolg unserer Projekte. Wir binden sie bewusst ein. Wir suchen gemeinsam nach Lösungen, um für sehr bedürftige Kinder Paten in Deutschland zu finden.
Das Gespräch verlief konstruktiv und vertrauensvoll – eine wichtige Grundlage für die weitere Zusammenarbeit. Das nächste Treffen wird es bei der nächsten Reise von Anita geben.

25.03.2026
Neues Schulgebäude, schöne Feier und am Abend das lokale Football Team zu Besuch
Der Besuch bei unseren Patenkindern an der Kaula School war geprägt von Eindrücken, die lange nachwirken werden.
Zum einen waren da natürlich wieder die Gespräche mit unseren Patenkindern und deren Plänen für die Zukunft.
Zum anderen die Besichtigung des neuen Schulgebäudes, das durch die Unterstützung der Verbandsschule Faulbach (Partnerschule der Kaula Primary und Secondary School) ermöglicht wurde. Auch wenn die Fenster noch fehlen, ist es längst mit Leben gefüllt. In jedem Klassenraum lernen rund 55 Kinder – und haben sich sehr gefreut, dass wir sie besuchen. Bildung findet hier nicht irgendwann statt, sondern jetzt.
Ein weiteres Zeichen für bessere Bildung ist das neue Gebäude für das Computer- und Science-Lab (finanziert von der sambischen Regierung), das bald fertig sein wird. Die stabilen Beton-Tische dienen hier übrigens dem Schutz vor Bränden und sind von der Regierung vorgeschrieben.

Bei der Überprüfung der von uns im letzten Jahr gespendeten Schulbücher kommen wir zu folgendem Ergebnis: Sie werden intensiv genutzt, sind in gutem Zustand und sicher verwahrt. Das freut uns sehr.
Und natürlich durfte ein festliches Programm zu Ehren unseres Besuchs nicht fehlen. Mit Gesängen, Reden und traditionellen Tänzen drückten die Schülerinnen und Schüler ihre Dankbarkeit aus.

Im Anschluss durften wir die Essensausgabe für die Kinder der Primary School beobachten. Diszipliniert und geduldig warteten die Kinder, bis sie an der Reihe waren. Jedes Kind erhielt eine Portion Brei aus Maiskörnern aus dem schuleigenen Garten – serviert auf großen Blechtellern. An anderen Tagen gibt es Reisbrei, finanziert durch den Sambia e. V., und kostet gerade einmal 15 Cent pro Kind und Tag. Eine kleine Summe mit enormer Wirkung: für die Kinder oftmals die einzige Mahlzeit am Tag und Motivation die Schule zu besuchen.

Der Tag hielt noch eine besondere Überraschung bereit: Am frühen Abend hörten wir plötzlich laute Gesänge und rhythmisches Skandieren. Dann der große Auftritt – das St. Kalemba Football Team lief in den roten Trikots des TV Derendingen (Tübingen) ein, die wir mitgebracht hatten. Die Freude war groß und stolz präsentierten die Spieler ihre neuen Outfits, die ihnen ein richtig professionelles Auftreten verleihen.

Mit Begeisterung zeigten sie uns anschließend einige ihrer Trainingseinheiten. Jetzt müssen nach und nach die oft noch getragenen Badeschlappen durch richtige Fußballschuhe ersetzt werden – dann steht ihrem weiteren Erfolg nichts mehr im Weg.

26.03.2026
Kinder, Kinder… Lutscher funktionieren immer
Besuch der Milemba Primary School mit ca. 360 Kindern. Auch hier haben wir vor einigen Jahren ein neues Schulgebäude gebaut und den relativ einfachen Unterstand abgelöst.
Schon an der Straße holt uns eine bunte Kinderschar ab und begleitet uns zum Schulgebäude. Auf dem Weg fällt uns gleich der große und eingezäunte Schulgarten auf, in dem der Mais schon sehr reif ist. Bald kann die Schule einen Teil des Schulfrühstücks aus dem eigenen Garten beziehen.
Anita und der Headteacher Brighton Chitengi kennen sich schon viele Jahre und begrüßen sich herzlich und er überreicht Anita ein Überraschungsgeschenk. Sehr schön in lila Folie eingepackt und diesmal weder Hahn noch Ziege, sondern Äpfel, Zitronen, Bananen und zwei Flaschen Mirinda.
Natürlich lassen es sich die Kinder nicht nehmen für uns zu tanzen und zu singen. Auch der Headteacher drückt seinen Dank in einer sehr wertschätzenden Rede aus.
Auch diese Schule verfügt leider nur über einige wenige veraltete Bücher. Deshalb informieren wir den Headteacher darüber, dass wir versuchen werden, Spender für neue Schulbücher zu finden und er uns dazu eine Liste benötigten Schulbüchern zusenden soll. 
Das zweite wichtige Thema sind neue Patenschaften. Wir vereinbaren, dass wir auch für die Milemba Schule eine Warteliste mit Patenkindern erstellen werden, so dass potenzielle Pateneltern sich für ein Patenkind entscheiden können.

Am Schluss freuen sich die Kinder besonders: Jedes bekommt einen großen Lutscher, dessen Stiel gleichzeitig als Pfeife verwendet werden kann. Den Lärm bei den vielen Kindern können Sie sich sicher vorstellen.

27.03.2026
Endlich sicher lernen können – das muss gebührend gefeiert werden
Wieder ein ganz besonderer Termin. Heute wird das neue Schulgebäude der Musa Primary International School eingeweiht, das wir finanziert haben.
Der Unterschied könnte kaum größer sein: das alte Gebäude war nur ein großer, strohgedeckter Unterstand, der bereits vor zwei Jahren baufällig war und den Kindern kaum Schutz vor Regen und Stürmen bot. Und dann lief auch noch eine Kuh durch den „Klassenraum“ und hat die Tafel zerstört. Wie sollten hier Kinder gut ausgebildet werden können?
Vor der eigentlichen Einweihung gab es natürlich wieder die klassischen Danksagungen, Gesänge und Tänze und dieses Mal war auch ein Vertreter des Schulamtes anwesend, der in seiner Rede die Arbeit des Sambia e. V. besonders würdigte.
Und dann schritt man buchstäblich zur Tat: in einer feierlichen Prozession ging es hinüber zum neuen Schulgebäude und Anita durfte das Band zum Eingang der Schule mit einer Schere durchtrennen. Ein buntes Volk mit Zweigen in der Hand inspizierte unter lautem Jubel alle Klassenzimmer. Wir ließen es uns natürlich auch nicht nehmen und testeten die neuen Schulmöbel, die auch der Verein gespendet hat.
Anschließend wurde in einem der neuen Klassenzimmer aufgetischt. Sie hatten extra für uns gekocht. Es gab das klassische Nishima mit Hühnchen und Gemüse und als Nachtisch einen Kuchen.
Wer dachte, dass damit die Einweihungsfeier zu Ende sei, hatte sich getäuscht. Wir durften nochmals auf unseren Stühlen Platz nehmen und dann tanzten die dankbaren Mütter unter lauten Lobesgesängen in die „Arena“ und brachten als Geschenke eine Ziege und einen Hahn für uns mit.

Es ist schön zu sehen, wie sehr den Menschen hier bewusst ist, was dieses neue Schulgebäude für die Bildung und Zukunft ihrer Kinder bedeutet.

28.03.2026
Gruppenbild mit dem „Chief“ und konstruktive Arbeit mit den Schulleitern
Am Morgen haben wir eine ganz besondere Verabredung. Der „Chief“ der Region hat uns zu sich eingeladen. Er ist ein traditioneller Herrscher und genießt sehr großen Respekt in den 48 Dörfern, die ihm unterstehen. Er leitet seine Gemeinschaften, ist für die Landvergabe zuständig und löst Streitigkeiten.
Für uns legt er seine traditionelle Tracht an und wir dürfen gemeinsam mit ihm für ein Gruppenbild posieren.

Aber dann geht es direkt wieder an die Arbeit: Zwei wichtige Treffen mit Schulleitern und Lehrern zu unseren Projekten stehen an.
Es geht zum einen um das Schulfrühstück, das wir in vielen von uns betreuten Schulen anbieten und das für viele Kinder ein wichtiger Grund ist, die Schule zu besuchen. Es geht darum, wie wir weiterhin die Finanzierung sicherstellen können und wie uns Schulgärten zukünftig helfen können, einen Teil der Lebensmittel selbst zu produzieren. Die Milemba Primary School geht hier bereits mit gutem Beispiel voran.

Das zweite Thema ist das „Bike-Projekt“: ausgewählte Schüler erhalten ein Fahrrad, wenn der (einfache) Schulweg mehr als sechs Kilometer beträgt. Mehr als 160 Fahrräder sind bereits erfolgreich im Einsatz und werden durch einen Mechaniker in Schuss gehalten. Hier geht es um den Austausch zur aktuellen Situation und die weitere Ausgestaltung des Projektes.

Neben diesen geplanten Terminen ist der Tag mit sehr vielen spontanen Terminen gefüllt. Meistens stehen Eltern mit ihren Kindern vor der Tür und bitte um die Aufnahme in eines unserer Patenprogramme. Nun haben wir zwei neue Kandidaten für das College-Programm.

Am Abend haben uns Father Ernest und Brother Peter zu sich ins Pfarrhaus eingeladen. Es gab ein traditionelles Essen. Als Überraschung einen leckeren Kuchen mit der Aufschrift „Thank you Sambia e. V.“ und natürlich jede Menge Spaß.
Ein toller Abschluss für die intensive und anstrengende Woche.

29.03.2026
Palmsonntag in Sambia – ein besonderes Erlebnis
Auch in Sambia ist der Palmsonntag ein besonders wichtiges Fest und wird gebührend gefeiert. Schon früh lag eine besondere Stimmung in der Luft. Eine Mischung aus Vorfreude, Andacht und leiser Aufregung breitete sich aus.
Bereits um 8 Uhr startet die feierliche Prozession, der wir uns gerne anschließen. Jeder Teilnehmer erhält einen schönen Palmwedel und dann geht es mit viel Gesang und guter Laune ca. 2 Kilometer bis zur schönen Kirche in St. Kalemba. Auch der strahlend blaue Himmel und Temperaturen um 25 Grad machen die Prozession zu etwas besonderem.
Die Kirche füllt sich schnell und dann beginnt der Gottesdienst, der diesmal fast drei Stunden dauert. Auch wenn nicht alles ins Englische übersetzt wird, beeindruckt uns die Atmosphäre und der tolle Kirchenchor wieder sehr.
Kurz vor Schluss werden wir dann nach vorne gebeten und herzlich von Brother Peter und der ganzen Gemeinde verabschiedet. Denn im Anschluss starten wir die lange Fahrt nach Solwezi. Ein sehr schöner Abschluss der intensiven zwei Wochen hier in St. Kalemba und den umliegenden Dörfern.

Die Rückreise ist allerdings weniger angenehm. Der starke Regen der letzten Tage hat den Zustand der Straße extrem verschlechtert. Viele tiefe Schlaglöcher zwingen uns, oft sehr langsam zu fahren und wir kommen erst in der Dunkelheit in Solwezi an. Wir sind froh, dass wir den stabilen Geländewagen des Bischofs und einen so guten Fahrer wie Father Kankomba Chomba haben.

30.03.2026 bis Reiseende
Entspannter Ausklang und bleibende Eindrücke
Da wir nun fast alle Termine und Aufgaben erledigt haben, können wir die letzten Tage entspannter angehen. Wir schlafen endlich mal wieder aus, lassen uns beim Frühstück Zeit und gehen dann hinüber zu Bischof Kasonde, um uns zu verabschieden. Sister Erlin, seine Sekretärin, ist ganz vernarrt in Zebra Franz und würde ihn am liebsten behalten.

Danach brechen wir auf nach Ndola, rund 290 Kilometer entfernt, wo wir die letzten zwei Nächte vor unserem Rückflug im Gästehaus des dortigen Bischofs verbringen werden. Unterwegs legen wir einen Zwischenstopp in Kitwe ein, essen dort zu Mittag und Anita nutzt die Gelegenheit, ihren Patensohn zu treffen. Mit großem Stolz erzählt er von seinem staatlichen Stipendium, das ihm ein Studium an der Universität ermöglicht.

Am vorletzten Tag führt uns der Weg noch einmal nach Kitwe. Dieses Mal vergleichen wir Preise für Rollstühle. Beim Besuch des Krankenhauses in Manyinga zu Beginn unserer Reise wurde uns deutlich vor Augen geführt, in welch schlechtem Zustand sich die dortigen Hilfsmittel befinden. Der Verein hat eine Spende dazu erhalten und Father Kankomba Chomba wird auf der Rückfahrt einige Rollstühle kaufen.
Natürlich nutzen wir auch die Gelegenheit den bunten und lebhaften Kitwe Market zu besuchen. Er ist ein zentraler Ort für den Alltag der Einwohner und bietet ein breites Angebot von frischen Lebensmitteln über Kleidung bis hin zu Kunsthandwerk und Haushaltswaren. Und natürlich finden auch einige Souvenirs ihren Weg in unser Gepäck.

Am nächsten Tag lassen wir die Reise bei einer Tasse Kaffee im Beracah Gardens ausklingen – einer wunderschön angelegten Parkanlage, die oft als Kulisse für Hochzeitsfeiern dient. Ein letzter ruhiger Moment, bevor es endgültig Abschied nehmen heißt.
Der Abschied fällt uns nicht leicht: von Father Kankomba Chomba, unserem Fahrer und wichtigsten Ansprechpartner vor Ort, und natürlich von Sambia und den vielen herzlichen Menschen, die uns begegnet sind.

Drei intensive Wochen liegen hinter uns – voller Begegnungen, Eindrücke und Erfahrungen, die uns noch lange begleiten werden.

Für die Statistik:

  • 2 Schulgebäude eingeweiht
  • 4 neue Brunnen getestet
  • 185 old people gaben Geschenke an uns
  • 6 neue Studenten identifiziert
  • 10 Schulen besucht
  • 600 Lutscher verteilt
  • 2 Ziegen, 10 Hühner und ein Doppelzentner Erdnüsse als Geschenk erhalten

Wir freuen uns, dass wir so vielen Menschen Lebensqualität und Freude geben konnten. Sie haben nicht viel und sind doch so dankbar.
Die Reise war anstrengend. Und wir sind froh, wieder glücklich und gesund zu Hause angekommen zu sein.

Danke für eure Unterstützung!!