– neue Ausbildungs-Perspektiven für Jugendliche mit Behinderungen.
Mit der Ausstattung einer Lehrwerkstatt an der St. Mary Special Education School in Solwezi schafft der Sambia e. V. konkrete Zukunftschancen für eine besonders benachteiligte Gruppe: Jugendliche mit Behinderungen im Nordwesten Sambias. Das Projekt zeigt beispielhaft, wie gezielte Bildungsförderung Menschen befähigt, ihr Leben selbstbestimmt zu gestalten und wirtschaftlich unabhängig zu werden.
Die St. Mary Special School wird von indischen Ordensschwestern der Congregation of the Immaculate Conception Sisters betrieben und ist eine Förderschule für Kinder und Jugendliche mit Seh-, Sprach-, Hör- sowie kognitiven Beeinträchtigungen. Zwar übernimmt der sambische Staat die Lehrergehälter, doch für Ausstattung, Materialien und Infrastruktur fehlen nahezu vollständig öffentliche Mittel. Genau hier setzt das Engagement des Sambia e. V. an.
Dank Spendengeldern – insbesondere von Sternstunden e. V. und BILD hilft e. V. „Ein Herz für Kinder“ – konnte zunächst ein Werkstattgebäude errichtet und anschließend schrittweise ausgestattet werden. Der Sambia e. V. bringt zusätzlich eigene Mittel ein. So entstand erstmals in der Region Solwezi eine berufliche Ausbildungsstätte speziell für Jugendliche mit Handicap.
Warum ist das so wichtig? Nach dem Schulabschluss endeten für diese jungen Menschen bislang alle Perspektiven. Eine Berufsausbildung war unerschwinglich – und Menschen mit Behinderungen werden in Sambia kaum in bestehende Ausbildungsprogramme aufgenommen. Ohne Qualifikation bleibt nur Armut und Abhängigkeit. Die neue Lehrwerkstatt durchbricht diesen Kreislauf.
Die Ausbildung orientiert sich gezielt am regionalen Bedarf: Hauswirtschaft, Schneiderei sowie künftig Holz- und Metallbearbeitung. Schon einfache handwerkliche Fähigkeiten ermöglichen es, sich in Dorfgemeinschaften wirtschaftlich einzubringen oder ein kleines eigenes Einkommen zu erzielen. Für viele bedeutet das erstmals Anerkennung und Sichtbarkeit – besonders für Jugendliche, die aufgrund ihrer Behinderung lange ausgegrenzt oder versteckt wurden.
2025 haben bereits 20 Jugendliche mit Behinderungen ihre Ausbildung begonnen, darunter auch junge Menschen mit kognitiven Einschränkungen – eine in Sambia nahezu einzigartige Chance. Besonders wichtig: Auch Mädchen mit Handicap erhalten Zugang zu Ausbildung. Für sie eröffnen sich neue Wege, etwa als Küchenhilfen in der Gastronomie oder als selbstständige Schneiderinnen.
Bis 2027 sollen rund 100 Schülerinnen und Schüler an beruflichen Bildungsmaßnahmen teilnehmen. Langfristig könnte daraus sogar eine inklusive Berufsschule entstehen, die auch Jugendlichen ohne Behinderung offensteht und sich teilweise selbst trägt. So wirkt das Projekt weit über die Schule hinaus in die gesamte Region.
Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll: Berufliche Bildung schenkt Würde, Teilhabe und Zukunft. Genau dafür steht der Sambia e. V. – und dafür sind wir dankbar für jede Unterstützung.
Verfasser: Martin Ruf.





