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Wieder in Sambia vor Ort

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- Anita, Annette und Charles!

22. u. 23. Sept. 2022.
Endlich geht es wieder los.
Kurz nach der Jubiläums-Feier starten wir am Abend des 22. September wieder nach Sambia.
Auch Charles Mwila, der Patensohn von Antia Bartsch ist mit dabei. Er war überraschend zum
10. Geburtstag des Sambia e. V. nach Deutschland gekommen. Er ist sozusagen der Ursprung des Sambia e. V. Ohne ihn würde es den Verein nicht geben. Diese Geschichte wurde bei der Jubiläumsfeier erzählt.

Mit von der Partie ist Dr. Annette Bellenberg. Sie wird sich schwerpunktmäßig um das Baby-Milch-Projekt und um die Kinder und Mütter im Loloma-Hospital kümmern.

Sie fliegen von Frankfurt ab. Die Koffer sind voll gepackt. Sie haben wieder einige Laptops dabei, die unseren Studenten gegeben werden. Und natürlich ist das Herz, das uns Landrat Eberth mit auf den Weg gegeben hat, dabei!
Der Flug nach Ndola mit Zwischenstopp in Addis Abeba ist lang. Die Vorfreude auf Sambia überwiegt. Sie landen glücklich in Ndola. Brian Kasonde holt sie ab. Sie dürfen wieder das Geländefahrzeug des Bishop Kasonde benutzen. Das ist mehr als eine große Geste.
Dann geht es über altbekannte Straßen bzw. Schotterpisten in die Stadt Ndola.
Sie dürfen bei den Franziskanerinnen nächtigen. Schwester Magret ist sehr großzügig und entgegenkommend. Anita und Magret kennen sich inzwischen sehr gut. Ja, sie sind Freundinnen geworden. Bei Sr. Magret fühlt man sich zuhause.

24. Sept. 2022.
Anita, Brian und Charles besuchen Patenkinder in Dagama Homes. Sarah und Likumbi geht es soweit gut – trotz ihrer Behinderung. Beide kommen ursprünglich aus St. Kalemba. Aufgrund der Förderung durch die Paten des Sambia e. V. konnten die Kinder zur Schule gehen. Beide besuchen jetzt die Secondary School für behinderte Jugendliche in Luanshya. Dort betreut sie unser Charles.

Annette hat die Mütter und Babys in St. Mary´s besucht. Nicht zu verwechseln mit „unserem“ St. Mary´s in Solwezi. Dieses St. Mary´s ist ein Konvent und liegt mitten im Busch zwischen Kitwe und Lusaka. Annette war mit Sister Doreen dort bei ihren Aids-Kindern. Es geht darum, sie richtig zu ernähren und auch die Mütter darüber aufzuklären, dass sie die Babys nicht mit Muttermilch füttern. Denn diese überträgt das Aidsvirus. Daher stillen sie die Kinder nicht. Die Babys bekommen Milchersatz zu trinken und werden so vor Ansteckung bewahrt! Diese Familien wohnen zum Teil bis zu 45 km entfernt vom nächsten Krankenhaus. Und einmal im Monat müssen sie dort Milchersatz-Nahrung holen – zu Fuß! 

Inzwischen ist Trust dazu gekommen. Er hat ein Stipendium vom Sambia e. V. und studiert Elektrotechnik in Ndola. Das Wiedersehen ist sehr herzlich. Trust und Brian kennen sich sehr gut. Schon im Mai haben sie sich um die Laptops für die übrigen Studenten gekümmert. Sie prüfen das Zubehör und die Funktionen der Geräte. Es werden noch Adapter und Stecker gebraucht. Diese besorgen sie sich in speziellen Shops auf einem verwinkelten Markt. Sie werden fündig, sodass die Laptops voll funktionsfähig zur Übergabe an weitere Studenten vorbereitet sind.

25. Sept. 2022.
Heute geht es nach Ibenga ins Blind-Center. Dort leben die umgesiedelten Blinden. Sie wurden aus ihrer gewohnten Umgebung wegen eines Staudamms herausgerissen. Sie wohnen zwar in festen Gebäuden. Ohne Wasser oder Toiletten. Ja, sie haben ein Dach über dem Kopf. Im Blind-Center helfen sich die Jungen und Alten gegenseitig: Die älteren Menschen erziehen die aidswaisen Kinder ihrer Kinder oder Verwandten. Die Jungen versuchen nach Kräften, die alten Menschen zu versorgen und natürlich auch sich selbst. Das ist ein täglicher Überlebenskampf. Wir kaufen Nahrung, sodass die Not für die nächsten Tage etwas gelindert ist.

Patenkinder berichten von Vergewaltigungen! Sie werden Mütter und können die Schule daher nicht mehr besuchen. Sie müssen sich ums Überleben kümmern. Zum Glück im Unglück finden wir eine Familie im Blindcenter, die die Kinderbetreuung für die Zeit übernehmen, die die viel zu jungen Mütter in der Schule sind. Bildung ist ihre einzige Chance! Patenschaften sind so wichtig für die jungen Menschen in diesen Verhältnissen!

Steine werden gesammelt, um sie zu verkaufen. So groß ist die Not.

26. Sept. 2022.

Sie sind immernoch in Ndola. Heute hatte Anita ein Gespräch mit Father Lambe, dem Provincial der Franziskaner in Sambia und drei weiterer angrenzender Länder. Sie haben erneut über die Möglichkeit gesprochen Güter von Europa nach Sambia in einem Container zu verschicken. Das wäre ein Traum. Denn dann könnten wir nicht nur gut gebrauchte Schulmöbel, Werkzeuge usw. sondern insbesondere Laptops für die Studierenden und Schüler*innen nach Sambia schaffen.

Ein weiterer Punkt ist die Zukunftssicherung von Nähschule und -Manufaktur sowie die Versorgung der Old People. Ziel ist, diese Projekte mit in die Verantwortung der Franziskaner zu geben, gesteuert von der leitenden Stelle in Ndola. Morgen setzen wir die Gespräche fort.
Mal sehen, was wir von den Plänen alles umsetzen können. Wir sind zuversichtlich.

Dann sind Anita, Charles und Brian Kasonde nach Luanshya zur Township-Schule gefahren, die Charles ins Leben gerufen hat und betreut. Hier unterrichten Volontäre. Das hat den Vorteil, dass die angehenden Lehrer Praxiserfahrung sammeln und die Kinder einen Bildungsstand bekommen, der an den öffentlichen Lehrplan angeglichen ist. Die Eltern der Kinder könnten den Besuch einer staatlichen Schule gar nicht finanzieren! Das ist eine große Chance für die Kinder, doch noch Arbeit zu finden, wenn sie die Schule absolviert haben.
Die Kinder sind glücklich, Charles zu sehen. Sie wissen, was sie an ihm haben. Charles trainiert übrigens die Jugendlichen im Fußball. So haben sie eine sinnvolle Beschäftigung, lernen Teamgeist und Zusammenhalt.
In Summe bewahrt die Initiative die Kinder und Jugendlichen vor dem Weg in die Kriminalität!
Den Spielplatz hat übrigens Gaby Walter ermöglicht! Dankeschön dafür!

Dr. Annette Bellenberg hat auch an diesem Tag in Dagama Homes gearbeitet und sich um die Gesundheit der Mütter und Kinder gekümmert.

27. Sept. 2022.

Der letzte Tag in Ndola. Die Gespräche mit Father Lambe, dem Provincial der Franziskaner, waren sehr erfreulich:
Unsere Nähschule in St. Kalemba soll zu einer Außenstelle der Nähschule der Franziskaner in Ndola werden. Auch die Produktion soll unter die Obhut der Franziskaner genommen werden.
Wenn das umgesetzt werden kann, würden die beiden Initiativen von dem Orden fortgeführt werden, über den Fortbestand des Sambia e. V. hinaus. Das wäre großartig.
St. Kalemba soll sogar zu einer größeren Außenstelle ausgebaut werden: zunächst soll eine Schreiner-Lehrwerkstatt dort entstehen. Später soll eine IT-Trainingscenter dazu kommen.
Das sind gute Pläne. Sie müssen „nur“ noch umgesetzt werden.

Father Lambe hat uns die Twikatane Workshops vorgestellt: eine Lehr-Schreinerei, die Näh-Schule sowie das Computer-Trainingscenter seines Ordens in Ndola. Wir konnten uns von der guten Qualität der Ausbildung überzeugen. Insofern fiel es uns nicht schwer, die Kooperation mit den Franziskanern in Bezug auf St. Kalemba einzugehen. Um die Arbeit im Computer-Trainingscenter zu unterstützen, haben wir ihnen 4 Laptops aus Deutschland übergeben. Natürlich mit Software, die in Afrika Anwendung findet.

28. Sept. 2022.

Heute geht es von Ndola über Kitwe nach Solwezi. Die Kupferminen sowie die riesigen Lastwagen, die die Kupferplatten außer Landes transportieren, prägen das Straßenbild. Hier sind besonders chinesische und schweizer Firmen aktiv, das Kupfer zu heben – den wichtigsten Rohstoff Sambias.

In Kitwe besuchen wir 4 unserer Patenkinder, die dort bei einer Pflegemutter leben. Es geht ihnen gut. Eine gute Nachricht.

Jetzt stößt Annette wieder zu uns, die in den letzten Tagen Babys, Kinder und Mütter medizinisch versorgt und betreut hat. Eine großartige und wohltuende Arbeit, die sie leistet. Ein Baby hatte nur Wasser zu trinken bekommen. Die Mutter konnte nicht stillen. Jetzt bekommt das Baby Milchersatz und nimmt zu. Ein Aids-Baby konnte dank des Ernährungsprogramms vor dem Tod gerettet werden.
Ein Zwillingskind kann aufgrund einer Hasenscharte nicht richtig trinken. Jetzt wird nach einer Operationsmöglichkeit gesucht.

Bei einem kurzen Stopp in beim Nursing College habe wir unserem Patenkind und neuen Studentin Momory ein Laptop überreicht, das sie fürs Studium sehr gut gebrauchen kann.

Wir sind gut und wohlbehalten – dank Brian – in Solwezi angekommen und beziehen das alt bekannte  Quartier in der Unterkunft unseres Bischofs Kasonde.
Morgen geht es ausgeruht wieder frisch ans Werk. Der Besuch mehrerer Projekte in Solwezi steht an.

29. Sept. 2022.

In Solwezi sind mehrere Projekte beheimatet. Heute besuchen sie in Begleitung des Bishop Kasonde St. Mary´s. Special School. Dort gehen vorwiegend gehörlose oder blinde Kinder zu Schule. Die meisten leben im Hostel der Special School. Der Sambia e. V. hat mit Unterstützung von „Sternstunden“ dort ein Gebäude errichtet, in dem 100 Kinder Platz finden, schlafen und leben können.
Jetzt entsteht auf dem Gelände die Lehrwerkstatt für Jugendliche mit Behinderung. Dort sollen Fertigkeiten für Schreiner-, Schneider-, EDV- und Friseur-Berufe gelehrt werden. Das Gebäude ist noch nicht ganz fertig. Die Finanzierung hakt noch.

Einige unserer Patenkinder gehen zur St. Mary´s School. Und natürlich haben wir sie besucht. Wir haben ihnen Briefe von deren Pateneltern übergeben und Lebensmittel für sie eingekauft.

An diesem Tag haben wir auch Cheshire Homes besucht. Hier leben und lernen einige unserer Patenkinder. Die Atmosphäre und der Umgang untereinander ist sehr liebevoll. Sie helfen sich gegenseitig. Wir haben Lebensmittel eingekauft und Briefe von den Paten an die Kinder übergeben.

Sister Micheline leitet diese Einrichtung überaus hingebungsvoll. Und das spürt man!

30. Sept. 2022.

Nach einem längeren Gespräch mit Bishop Kasonde zur Finanzierung, Fertigstellung sowie Ausstattung der Lehrwerkstatt fahren sie heute von Solwezi nach St. Kalemba. Da haben wir als Sambia e. V. noch eine harte Nuss zu knacken. Es fehlen einfach Spendengelder.

Für die Strecke von rd. 450 km nach St. Kalemba brauchen sie gut 6 Stunden. Die Straßen sind nicht im besten Zustand. Der Asphalt ist aufgerissen und ausgeschwemmt. Über weite Strecken müssen sie um die großen Schlaglöcher drum herum fahren. Das nervt und gibt dennoch immer Schläge ins Kreuz. Egal: die Freude auf St. Kalemba überwiegt. Und vor allem die Wiedersehen mit guten Freunden und Mitstreitern vor Ort.

Sie sind gesund in St. Kalemba eingetroffen. Und hundemüde. Morgen geht es wieder frisch ans Werk.

01. Okt. 2022.

Dieser Tag war ein besonderer für unsere Reisenden. Ein Tag der Ehre für die Gäste aus Deutschland und Verpflichtung zugleich.
Sie waren zur Zeremonie zu Ehren seiner Majestät Senior Chief Sikufele eingeladen. Ein Fest mit viel Tradition und Brauchtum. Sambische Tänze und Musik in traditionellen Gewändern und Masken. Sie zelebrierten die Macht seiner Majestät. Es muss ein sehr bedeutendes Fest sein. Denn hunderte von festlich gekleideten Menschen war Gäste und Zuschauer. Sehr beeindruckend. Das Fest dauerte den gesamten Tag.

02. Okt. 2022.

Sonntag ist Ruhetag. Die Kirche in St. Kalemba ist gut besucht. Und immer wieder bewegend sind die Gesänge des Chores.
Heute besprechen wir das Programm für die nächsten Tage mit Brian Sianga und Jere.

Annette erzählt den Kindern Märchen. Das macht sie wundervoll. Sie hat bereits 2 Märchenbücher geschrieben. Beide handeln in Afrika. Die Kinder lauschen gespannt.
Und auch Kranke kommen zu Annette und finden ihre Hilfe.

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03. Okt. 2022.

Ein ganz besonderer Tag. Es geht nach Kalivingi. Das ist das Dorf 14 km im Busch fernab der Straße.
Die „Straße“ ist eher ein Feldweg, den wir hier in Deutschland wahrscheinlich noch nicht einmal zu Fuß gehen wollten. Er ist schmal, hat tiefe Schlaglöcher. Und am Ende dieser Straße lichtet es sich. Dann sind wir in Kalivingi. Es ist nicht übertrieben: Kalivingi ist ein besonderer Ort der Herzlichkeit und Wärme. Es ist immer eine große Freude dorthin zu gehen. Trotz der Armut: die Menschen sind guter Dinge. Sie helfen sich gegenseitig. Das spürst du. Du fühlst es. Und du siehst es.

Der Empfang ist überwältigend. Jere, der Lehrer an der Kalivingi School und unser erster Ansprechpartner, hat ein Fest organisiert. Er hat nichts verraten. Anita und Brian sind überwältigt. Die Menschen drücken so ihren Dank aus. Den Dank für das Schulfrühstück, die Schulmöbel, den Brunnen, die neuen Häuser für die „Children headed Families“. Und jetzt auch noch der Bau der neuen Schule.

Der Einsatz und das Engagement hier in Kalivingi erfüllt die Besucher mit Freude, Dankbarkeit und Demut.

Kinder laufen ihnen mit großem Getöse entgegen. Und ja: sie haben ihnen wieder Süßigkeiten mitgebracht. Sie strahlen!
Das Fest, das Jere organisiert hat, ist insbesondere der Dank für die spontane Hilfe im Frühjahr 2022. Ein Sturm und Starkregen hatte Bäume entwurzelt, die Häuser zerstört haben. Dächer sind fortgeweht worden.
Dank Ihrer Hilfe konnten die Dächer schnell wieder ausgebessert werden. Das Wichtigste jedoch sind die neuen stabil gemauerten Häuser für die 8 Familien, denen der Sturm alles zerstört hat.
Diese 8 Familien werden jeweils vom ältesten Kind geführt. Eltern haben sie keine mehr. Sie sind an Aids gestorben oder haben sie einfach verlassen. Diese Kinder kümmern sich um ihre gebrechlichen Großeltern und ihre jüngeren Geschwister. Sie sorgen für Lebensmittel und den sonstigen täglichen Bedarf. Jeden Tag aufs Neue.
Jetzt können sie in Kürze die neuen Häuser beziehen und haben nun ein festes Dach über dem Kopf. Ein Segen! Danke für Ihre Spenden!

Das Fundament des neuen Schulgebäudes ist ausgehoben. Alles in mühsamer Handarbeit. Der Boden ist knochentrocken. Die Arbeiter sind glücklich über das Ergebnis ihrer Arbeit. Das neue Gebäude finanziert ein überaus großzügiger Spender. Herzlichen Dank dafür!

Ein sehr erfüllter Tag geht zuende. Morgen besuchen sie die übrigen Schulen rund um St. Kalemba.

Annette ist an diesem Tag unterwegs und besucht ihre Patienten in den Dörfern. Sie schaut nach den Babys, Kindern und Müttern. Sie ist immer wieder aufs Neue berührt, wenn sie die armseligen Schlafstätten der Kinder sieht. Und dennoch geht es ihnen einigermaßen gut. Die Ernährungstipps tragen Früchte. Die Kinder nehmen langsam zu. Eine Frau im Dorf nimmt sich gleich mehrerer Babys und Kinder an, die ohne Eltern oder Familie sind. Das sind die schönen Momente ihrer Arbeit.

04. Okt. 2022.

Annette fährt direkt zum Loloma-Hospital in Manyinga. Dort wird sie schon sehnsüchtig erwartet. Das gesamte Team ist stolz auf die Zusammenarbeit mit ihr. Denn im Kampf gegen Aids sind sie ein gutes Stück weiter gekommen. Zum Einen die Milchersatz-Nahrung für die Neugeborenen, damit sich das Virus einer Aids-infizierten Mutter nicht auf ihr Kind überträgt und zum Anderen die gesunde Ernährung mit Gemüse und Früchten aus dem Hospital-eigenen Garten.

Die Ausstattung des Hospitals ist nicht die schlechteste. Sie könnte besser sein. Immerhin ist ein Brutkasten für die Frühchen vorhanden. Die Menschen kommen in einem Umkreis von rd. 500 km zu dem Krankenhaus. Für viele ein kaum zu bewältigender Weg.
Die Geburtsstation ist recht groß. Viele Frauen liegen hier in einem Raum.
Annette hat all “ihre” Babys und Kinder wieder gesehen. Sie sind gesund und fit. Die Kids bekamen jedes eine warme Wollmütze und eine gute Portion Nshima mit Hühnchen. Das macht auch die Mütter glücklich.

Mit Brian und unserem Fahrer Steven hat Anita die Kawanda School besucht. Hier unterrichtet Father Peter. Er ist auch unser Ansprechpartner zu allen Angelegenheiten mit der Schule.

Die Schüler:innen sind allesamt sehr diszipliniert. Die Essenausgabe funktioniert vorbildlich. Die Köchinnen haben Leckeres vorbereitet. Und natürlich müssen die Besucher kosten. Anita meint: Nshima muss ich nicht jeden Tag haben. Die Sambier lieben es. Es ist ihre Nationalspeise.

  

Am Nachmittag sind die Old People – wie jeden Monat – nach St. Kalemba gekommen, um Lebensmittel für die nächsten 4 Wochen zu bekommen. Im Mai haben wir ihnen versprochen, beim nächsten Besuch warme Wollmützen für alle mitzubringen. Es ist dank sehr fleißiger Omis in Deutschland gelungen. Die Mützen passen perfekt.
Diese Menschen können sich nicht selbst versorgen. Auch der Staat kümmert sich nicht um die Ärmsten der Armen. Auch dies ist ein Projekt des Sambia e. V., das Father Vincent für uns alle 4 Wochen bewältigt.

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05. Okt. 2022.

Annette ist weiterhin im Loloma-Hospital aktiv. Ernährung ist das Kernthema heute.
Das Team des Hospitals hat gleich mehrere Projekte umgesetzt, um das Lebensmittel-Angebot anzureichern. Es gibt inzwischen eine kleine Schweinezucht, einen großen Gemüsegarten und eine Hühnerzucht. Wenn die Hühner groß sind, sollen sie zunächst verkauft werden, um einen Brunnen zu finanzieren. Dann sollen noch Fischteiche angelegt werden. Das alles wird im Kampf gegen Aids helfen. Denn gesunde und vielseitige Ernährung ist eine der wichtigsten Säulen.

Heute stehen für Anita die Patenkinder im Vordergrund. Fast 150 Patenkinder sind nach St. Kalemba gekommen, um Nachrichten von ihren Pateneltern zu bekommen. Viele von ihnen haben einen Brief an ihre Pateneltern dabei, die ihnen nach der Reise durch Anita übermittelt werden.

Ein anstrengender und doch wundervoller Tag. Es ist schön, die Entwicklung der Kinder über die Jahre mitzuerleben. Sie sind glücklich über die Unterstützung, die ihnen zugute kommt. Die Dankbarkeit ist so groß, dass Anita ein großes Bund Holzkohle angetragen wird, damit sie ihr Nshima kochen kann. Das  unterstreicht die Not der Familien.
Die Nachfrage nach Patenschaften ist nach wie vor groß. Mütter in Sorge um ihre Kinder wenden sich an unseren Verein und bitten um Unterstützung. Leider können wir nicht allen helfen. Unsere Mittel sind begrenzt.

06. Okt. 2022.

Mit der Mittelbewilligung zur Finanzierung des Schulfrühstücks an der Kaula Primary und Kaula Secondary School im Gepäck fahren Anita und Brian zur Kaula School. Das ist übrigens die Partnerschule der VS Faulbach. Die beiden Headteacher müssen die Vereinbarung noch unterschreiben, damit die Formalitäten erfüllt sind. Wir sind „Sternstunden“ unendlich dankbar für die finanzielle Hilfe. Denn die Kosten für die Schulfrühstücke insgesamt belaufen sich auf über 60.000 € pro Jahr!

Die Fußballmannschaft der Schule bekommt einen Satz Trikots und einen Lederball – zur Freude der Spieler. Und Anita und Brian freuen uns, die vom Sambia e. V. finanzierten Fahrräder in Gebrauch und in gutem Zustand zu sehen.

Zurück in der Mission St. Kalemba haben Anita, Brian und Steven die Nähschule besucht und uns von den Lernfortschritten überzeugt. Steven, der Fahrer, ist handwerklich geschickt und repariert defekte Nähmaschinen. Lillian und ihre Schüler werden gebeten, mehrere Schürzen zu nähen, die mit nach Deutschland genommen und dort verkauft werden sollen.

Die Nähmanufaktur hat nun alle Uniformen für die Milemba Primary School fertig genäht. Morgen werden die letzten Uniformen an die Kinder übergeben.
Als nächstes werden im Wesentlichen Schuluniformen für die neuen Schuljahre genäht, damit sie zu Schulbeginn im nächsten Jahr fertig sind.

07. Okt. 2022.

Die Schulbehörde wollte Anita schon immer mal besuchen. Heute hat sie es getan. Und das war ein sehr guter Termin!
Der Schulrat hatte sich Zeit genommen. Anita und Brian haben erläutert, welche Schulen wir in St. Kalemba wie unterstützen. Der Schulrat ist sehr angetan. Sie vereinbaren, ab sofort zusammen zu arbeiten.
Er wird uns z. B. dabei unterstützen, Schulgärten anzulegen. Denn die Behörde zieht Pflanzen im eigenen Garten und gibt sie gerne an Schulen weiter. Das können wir gut brauchen.
Er ist so begeistert vom Engagement des Sambia e. V., dass er spontan mit zur Milemba School gefahren ist. Dort werden heute die Schuluniformen an die letzten beiden Klassenstufen übergeben. Unsere Näh-Manufaktur hat sie hergestellt.
Die Kinder haben sich sehr gefreut, endlich neue Kleidung zu bekommen. Und der Schulrat konnte sich von der Qualität überzeugen. Und dann sagt er: „Ich werde dafür werben, dass die Näh-Manufaktur auch für weitere Schulen in seinem Bezirk Schulkleidung nähen kann!“ Er und Banji, unser Geschäftsführer der Näh-Manufaktur, haben sich zu dem Punkt direkt ausgetauscht und stehen nun in Kontakt.
Und die Milemba School ist wie gewohnt eine wunderbar geführte Schule. Die Atmosphäre hier ist einfach wohltuend. Eine großartige Schulleitung und tolle Lehrer. Mrs. Phiri macht einen hervorragenden Job als unsere Ansprechpartnerin für die Milemba School.

Und dann ist da noch unsere so erfolgreiche Fußballmannschaft in St. Kalemba. Im Mai auf unserer Reise haben wir ein Spiel von ihnen gesehen. In neuen Trikots. Heute sind sie in „Zivil“. Es ist Spielpause. Die Arbeit des inzwischen zum Priester geweihten Father Marshall trägt Früchte. Sie haben sogar in der Regionalliga den 1. Platz belegt. Wir gratulieren herzlich! Macht weiter so.

08. Okt. 2022.

Die Arbeit in St. Kalemba ist getan. Father Vincent wird noch bis Mitte 2024 in St. Kalemba bleiben. So kann er den Aufbau der geplanten weiteren Werkstätten für Schreiner und – wenn alles gut läuft – für Informationstechnologie mit aufbauen. Die Vereinbarungen mit dem Schulrat werden den Kindern „unserer“ Schulen auch weiterhelfen.
Und schließlich konnte Annette im Loloma-Hospital für die Babys und Kinder da sein, sie behandeln und beraten. Die letzten Tage ging es ihr selbst nicht so gut. Ich hoffe, es ist nur eine Erkältung.

Die heutige Fahrt nach Solwezi ist lang und eintönig. Die Reisenden kennen sie schon zu gut.
Annette und Anita versuchen zu schlafen, um die Erkältung wieder aus den Knochen zu bekommen.

In Solwezi werden sie die Studenten treffen und deren College besuchen. Die letzten Tage in Sambia sind angebrochen.

09. Okt. 2022.

Und tatsächlich: sie treffen die 5 Nursing-Studierenden in Solwezi an. Danke an Martin Juda, der die Finanzierung des Stipendiums für die 5 ermöglicht hat. Sie sind erst wenige Wochen auf dem College. Untergebracht sind sie bei den Franziskanern in Solwezi. Es geht ihnen gut.
Nach dem Austausch mit den Studierenden geht die Fahrt weiter nach Ndola.

10. Okt. 2022

Die Zeit ist knapp. Annette und Anita müssen weiter nach Lusaka. Charles fährt mit. Denn er muss sich in der Deutschen Botschaft wieder zurückmelden. Sie hatten schon Sorge, dass er womöglich in Deutschland bleibt. Und wieder haben sie eine lange Fahrt vor sich. Die Straße führt an den Copperfields vorbei. Ein Unfall verursacht auf der anderen Straßenseite einen Stau. Über 150 Monster-Trucks stehen still, die das Kupfer transportieren. Es ist traurig mit anzusehen, wie das Land durch Dritte ausgebeutet wird.
Auf der einen Seite der Kupfer-Reichtum, am Wegesrand die pure Armut.

11. Okt. 2022

Der Tag ist mit interessanten Terminen gefüllt.
Als erstes besuchen sie den Verteidigungsminister Sambias. Den Kontakt hat Anita an dem Fest zu Ehren des Chiefs über die Schwester des Ministers bekommen. Anita hat ihm vom Wirken des Sambia e. V. berichtet. Sie verspricht sich davon mehr Aufmerksamkeit für die Region St. Kalemba für eine bessere Förderung der Region. Mal sehen, was daraus entsteht.

Und natürlich hat sich Charles bei der Deutschen Botschaft wieder zurückgemeldet! Damit ist sein Ausflug nach Deutschland auch amtlich beendet.

Sie haben in Lusaka einen Laden gefunden, das Lusaka Collective. Dort können Künstler und Handwerker ihre Produkte ausstellen und verkaufen (lassen). Das ist möglicherweise ein Absatzmarkt für Produkte aus unserer Näh-Manufaktur.

Und schließlich haben sie uns noch die Studierenden des Apex College getroffen. Nicht alle waren da. Die übrigen beiden machen gerade ein Praktikum in einem Krankenhaus. Großartig.

Eigentlich standen noch mehr Punkte auf dem Programm. Das haben sie heute nicht alles geschafft.

Morgen ist schon der letzte Tag in Lusaka.

12. Okt. 2022

Am Vormittag müssen sie noch schnell zur Orthopädischen Klinik in Lusaka. Sie besuchen das Patenkind David. Er ist Mechaniker an der Klinik und fertigt Prothesen – sofern Material vorhanden ist. Die Werkstatt ist offensichtlich nicht die modernste.
Auch die orthopädischen Schuhe, die Maria aus Deutschland nach Sambia mitgegeben hat, haben sie dort abgegeben.

Dann noch schnell zu Buffalo Bikes. Es ist beabsichtigt, zu Beginn des nächsten Schuljahres wieder Fahrräder für Schüler:innen zu beschaffen, die besonders weite Wege zur Schule haben und aus armen Familien stammen.

Jetzt aber schnell zum Flughafen. Der Schlusspunkt des Besuchs in Sambia ist damit erreicht. Jetzt haben sie nur noch den Flug mit Stopp und Umstieg in Addis Abeba vor sich.
Sie sind wieder glücklich in Deutschland gelandet – und Charles in Sambia.

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